
Am 26. Februar 2025 hat die Expertenkommission für Forschung und Innovation (EFI) ein umfassendes Gutachten an die Bundesregierung übergeben. Dieses Gutachten wirft ein Licht auf die zentralen Herausforderungen, vor denen Deutschland im Zuge von Digitalisierung und Dekarbonisierung steht. Ein zentrales Ergebnis des Berichts ist die Forderung nach deutlich besseren Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Beschäftigung, die durch innovative Entwicklungen geformt wird. Die Universität Kassel berichtet, dass die Politik die Notwendigkeit hat, den Strukturwandel aktiv zu begleiten und sowohl digitale als auch klimaschonende Innovationen zu fördern.
Die Analyse von Patentdaten zeigt ein durchwachsenes Bild hinsichtlich der Technologieentwicklung in Deutschland. Insbesondere in zentralen Technologiefeldern der Digitalisierung liegt Deutschland hinter den internationalen Wettbewerbern zurück. Positiv hervorzuheben ist hingegen, dass Deutschland in Bezug auf Patente zur Dekarbonisierung zu den führenden Nationen gehört.
Die Folgen von Automatisierung und Dekarbonisierung
Aktuell arbeiten mehr als ein Drittel der Beschäftigten in Berufen, die stark automatisierbar sind. Jede sechste Person ist in einem umweltschädlichen Beruf tätig, der durch den anstehenden Strukturwandel gefährdet sein könnte. Besonders betroffen sind dabei die Arbeitnehmer im verarbeitenden Gewerbe, die sowohl den Herausforderungen der Digitalisierung als auch den Erfordernissen der Dekarbonisierung gegenüberstehen. Das Arbeitswelt-Portal hebt hervor, dass dabei auch ein großer Bedarf an Fachkräften besteht, die diesen Veränderungen begegnen können.
Eine Umfrage unter Unternehmern zeigt, dass zwei Drittel der Industrie und unternehmensnahen Dienstleistungen die Digitalisierung als wichtig erachten. Dennoch sehen sich nur sechs Prozent dieser Unternehmen nicht vom digitalen Wandel betroffen. Der dramatische Anstieg neuer IT-Experten, um etwa 92 Prozent seit 2012, verdeutlicht den enormen Bedarf an digitalen Kompetenzen. Fachkräftemangel sowie Schwierigkeiten bei der Einschätzung datengetriebener Geschäftsmodelle sind große Herausforderungen, denen sich die Unternehmen gegenübersieht.
Demografische Trends und globale Herausforderungen
Die demografischen Veränderungen stellen eine weitere Herausforderung dar. Bis zum Jahr 2040 wird ein Rückgang von 8,8 Prozent der Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt erwartet. Besonders betroffen sind die sogenannten MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik), in denen 83 Prozent der Beschäftigten in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen tätig sind. Das Institut der deutschen Wirtschaft bekräftigt, dass die Unternehmen in Deutschland sehen, dass Investitionen in Bildung, Forschung und Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte notwendig sind.
Zusätzlich wird die deutsche Wirtschaft durch externe Faktoren wie den Krieg in der Ukraine und geopolitische Unsicherheiten belastet. Diese Herausforderungen verstärken die Notwendigkeit für eine umfassende Strategie in den Bereichen Klimaschutz und Digitalisierung. Unternehmen fordern mehr staatliche Unterstützung, um den geforderten Transformationen gerecht zu werden und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.