
Fünf Tage sind vergangen, seit der sechsjährige Pawlos aus Waldbrunn in Weilburg, Hessen, als vermisst gemeldet wurde. Die Suche nach dem autistisch veranlagten Jungen gestaltet sich äußerst schwierig, was insbesondere seine besondere Wahrnehmung und die damit einhergehenden Verhaltensweisen betrifft. Laut den Informationen von Tagesspiegel gibt es bisher keine neuen Hinweise über seinen Verbleib. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Wiesbaden bestätigte, dass die Suche weiterhin mit Hochdruck betrieben wird, jedoch bislang ohne Erfolg.
Pawlos wurde zuletzt am Dienstag, dem 25. März 2025, gesehen. Er hatte ohne ersichtlichen Grund die Förderschule verlassen. Die letzte Sichtung fand in der Nähe des kleinen Bahnhofs am Fluss Lahn statt, nur wenige hundert Meter von seiner Schule entfernt. Ein Video, das einen Jungen zeigt, der „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ Pawlos ist, wurde auf einer stark befahrenen Straße aufgenommen. Die Polizei hat bereits mit dem Ersteller des Videos und der Person auf dem Video gesprochen, bislang gibt es jedoch keine Hinweise auf ein Verbrechen.
Zusammengestellte Einsatzkräfte und innovative Ansätze
Die Polizei ist mit einer zweistelligen Zahl an Einsatzkräften der Polizeidirektion Limburg-Weilburg sowie aus dem westhessischen Raum vor Ort, um Suchmaßnahmen sowohl am Land als auch entlang der Gewässer zu intensivieren. Während der vergangenen Tage durchsuchten Taucher von Polizei und Feuerwehr mehrere Hundert Meter der Lahn, jedoch ohne neue Erkenntnisse. Eine erneute Taucher-Suche ist am kommenden Wochenende nicht vorgesehen, so die aktuelle Auskunft.
Um Pawlos‘ Aufmerksamkeit zu wecken, wurden in Weilburg bunte Luftballons aufgehängt. Zudem spielen Polizeiautos Tonaufnahmen von Pawlos‘ Mutter und bekannte Musik ab, um ihn anzulocken. Dabei rät die Polizei, laute Rufe zu vermeiden, da dieser Umstand autistische Kinder, wie Pawlos, empfinden können. Die Sonderpädagogin Sarah Weber erklärt, dass autistische Kinder, wie in diesem Fall Pawlos, eine besondere Sensibilität gegenüber ihrer Umwelt haben und in unbekannten Situationen oft angespannt reagieren.
Besonderheiten bei der Suche
Die Suche nach Pawlos wird durch seinen Autismus erschwert, da Kinder mit dieser Entwicklungsstörung häufig eine andere Wahrnehmung haben und Gefahr laufen, sich in ungewohnten Gebieten orientierungslos zu fühlen. In den letzten Jahren gab es mehrere ähnliche Vermisstenfälle von autistischen Kindern, die sowohl gut als auch tragisch endeten. Der Fall des sechsjährigen Arian, der im April 2024 in Bremervörde vermisst wurde und zwei Monate später tot aufgefunden wurde, ist nur eines von vielen Beispielen.
Die Polizei ermutigt die Bevölkerung zur Wachsamkeit. Bei Sichtung von Pawlos wird gebeten, den Notruf 110 zu wählen oder direkt eine Polizeidienststelle zu kontaktieren. Pawlos wird als dunkelhäutig, mit dunklen Haaren beschrieben. Er trägt einen gestreiften Pullover, graue Jeans und dunkle Sportschuhe mit grünem Muster. Sein Gewicht wird als schlank eingestuft und er hat eine Größe von 1,33 Meter.
Die Suche bleibt weiter intensiv und die Familie von Pawlos wird intensiv von Kontaktbeamten betreut. Die Polizei bleibt optimistisch und verfolgt jeden Hinweis mit dem Ziel, den Jungen gesund und munter wiederzufinden.