
Die Fritz Winter Eisengießerei, ein traditionsreiches Unternehmen in Hessen, setzt mit einem umfassenden Projekt zur klimafreundlichen Energieversorgung neue Maßstäbe in der Industrie. Die geplanten, umfangreichen Investitionen in ein Wasserstoffwerk wurden mit einem Zuschuss von 58 Millionen Euro gefördert, was die Relevanz des Vorhabens unterstreicht. Dieses Wasserstoffwerk wird mit einem modernen Elektrolyseur, einer Verdichtungsstation und einem Lager für gasförmigen Wasserstoff ausgestattet. Ein entscheidender Vorteil des Projekts ist die direkte Verbindung zum Produktionsbereich der Eisengießerei, wodurch Transportkosten signifikant entfallen, wie wirtschaft.hessen.de berichtet.
Um die Energie für die Elektrolyse bereitzustellen, werden neu errichtete Windkraft- und Photovoltaikanlagen eingesetzt. Besonders bemerkenswert ist die eigene Direktleitung, die das Wasserstoffwerk mit Strom versorgt, wodurch die Eisengießerei unabhängig von den öffentlichen Strom- und Gasnetzen wird. Dies senkt die Betriebskosten erheblich und erhöht die Effizienz des Unternehmens. Das langfristige Ziel der Fritz Winter Eisengießerei ist eine CO2-neutrale Produktion innerhalb der nächsten 20 Jahre, wobei bereits erste Schritte in diese Richtung umgesetzt wurden. Geplant ist auch die Substitution von fossilem Erdgas durch Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen.
Technologische Fortschritte und Partnerschaften
Markus Semmler, der Leiter für Werksplanung und Umweltschutz, betont die Fortschritte, die durch die Partnerschaft mit Eurowind Energy, einem Spezialisten für erneuerbare Energien, erzielt wurden. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es, nachhaltig und innovativ in die Zukunft zu investieren. Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori hebt die Bedeutung des Projekts für die Klimaziele in Hessen und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie hervor. Er sieht in der Initiative einen bedeutenden Schritt in Richtung einer emissionsfreien Industrie und betont die Rolle, die Wasserstoff in diesem Kontext spielt.
Wasserstoff hat sich als ein entscheidender Akteur in der zukünftigen Energieversorgung etabliert. Wie das Umweltbundesamt erläutert, ist Wasserstoff als Sekundärenergieträger sowohl in Raffinerieprozessen als auch in der chemischen Industrie unverzichtbar. Der breite Einsatz von Wasserstoff ist jedoch ineffizient im Vergleich zur direkten Nutzung von erneuerbarem Strom. Bei der Nutzung von 1 kWh regenerativem Strom in modernen Wärmepumpen können bis zu 3,3 kWh Erdgas eingespart werden, während die Wasserstoffherstellung nur 0,6 kWh einspart.
Relevanz in der Industrie
Wasserstoff sollte vor allem dort eingesetzt werden, wo die direkte Nutzung erneuerbarer Energien nicht möglich ist. Langfristige Anwendungen sind besonders in der chemischen Industrie, der Stahlproduktion sowie im Transportwesen von Bedeutung. Auch im Schwerlastverkehr und im Luft- und Schiffsverkehr wird Wasserstoff zunehmend an Bedeutung gewinnen. Dennoch ist zu beachten, dass Wasserstoff eine geringe Energiedichte aufweist, was ihn im Luftverkehr unpraktisch macht, weshalb Kerosin weiterhin benötigt wird.
In Deutschland ist die Herstellung von Wasserstoff in verschiedenen Formen wie grün, grau, blau, türkis, pink und weiß klassifiziert, wobei jede Form unterschiedliche Umweltauswirkungen hat. Grüner Wasserstoff, der aus erneuerbaren Energien erzeugt wird, ist als klimafreundlich bekannt. Der Bedarf an Wasserstoff zur Reduktion von CO2-Emissionen in der Industrie ist enorm, jedoch müssen viele Prozesse auf erneuerbare Energien umgestellt werden, um langfristige nachhaltige Lösungen zu gewährleisten. Wie das BMWK feststellt, besteht ein Ziel der Bundesregierung darin, eine zuverlässige Versorgung mit grünem Wasserstoff sicherzustellen, was durch die geplanten Elektrolyseure in den nächsten Jahren vorangetrieben werden soll.
Insgesamt zeigt das Projekt der Fritz Winter Eisengießerei, wie die Kombination von innovativen Technologien, erneuerbaren Energien und gezielten Investitionen dazu beitragen kann, die Industrie effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten. Damit wird nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gesteigert, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der Klimaziele geleistet.