
Die weltweite Nachfrage nach Matcha-Tee, einem der geschätztesten grünen Tees Japans, könnte dazu führen, dass das beliebte Getränk bald knapp wird. Eine zunehmende Beliebtheit in der Gastronomie sowie die Verwendung in einer Vielzahl von Lebensmitteln wie Eiscreme, Bonbons und Kaffee haben die Nachfrage explodieren lassen. Bereits im Herbst 2024 waren erste Anzeichen einer möglichen „Matcha-Knappheit“ zu erkennen, als Regale in Geschäften leer blieben und Großhändler wie Ippodo und Marukyu Koyamaen Verkaufsbeschränkungen einführten, um den Engpass zu bewältigen, wie t-online berichtet.
Die Kaffeekultur hat sich ebenfalls weiterentwickelt, und Influencer in den sozialen Medien tragen aktiv zur Verbreitung des Hypes um Matcha bei. Sie dokumentieren nicht nur ihre Vorlieben, sondern zeigen auch leere Regale und damit einhergehende Preissteigerungen auf. Diese Trends haben dazu geführt, dass Japan im vergangenen Jahr exporttechnisch hervorragende Ergebnisse erzielte, mit einem Anstieg der Exporte auf 36,4 Milliarden Yen (225 Millionen Euro), was einem Plus von 25 Prozent im Vergleich zu 2023 entspricht.
Produktion und Herausforderungen
Die Produktion von Matcha ist ein aufwendiger Prozess, der immer wieder von Herausforderungen bedroht ist. Japan produzierte 2023 4.176 Tonnen Matcha, fast dreimal so viel wie im Jahr 2010. Trotzdem gibt es Sorgen, dass die neue Ernte, die im April 2025 beginnt, möglicherweise nicht ausreicht, um die anhaltend steigende Nachfrage zu decken. Die Anpflanzung neuer Teesträucher kann bis zu fünf Jahre dauern, bis die ersten Ernten geerntet werden können. Viele japanische Teebauern haben Schwierigkeiten, Nachfolger zu finden, während die Anzahl der aktiven Bauern von 53.000 im Jahr 2000 auf 12.353 im Jahr 2020 gesunken ist, wie kurier feststellt.
Der Klimawandel stellt eine weitere Bedrohung für die nachhaltige Produktion von Matcha dar. Die japanische Regierung plant, finanzielle Anreize zu schaffen, um die Teebauern dazu zu ermutigen, mehr Tencha für die Matcha-Produktion anzubauen. Der aktuelle Trend zeigt auch, dass der Matcha-Markt vielversprechend bleibt, mit prognostizierten Wachstumszahlen, die den globalen Markt bis 2028 auf etwa 5 Milliarden US-Dollar anheben könnten, wie grandviewresearch berichtet.
Nachhaltigkeit und Zukunftsaussichten
Die gesundheitlichen Vorteile von Matcha, die oft als Grund für den anhaltenden Hype genannt werden, sind inzwischen weithin anerkannt. Der Tee ist reich an Antioxidantien und wird nicht nur als traditionelles Getränk, sondern auch in verschiedenen modernen Rezepten, von Cocktails bis hin zu Desserts, verwendet. Wegen dieser Vielseitigkeit und des wachsenden Interesses an Gesundheit und Wellness in der Gesellschaft steigt die Nachfrage weiterhin an.
Die bedeutende Beliebtheit von Matcha als Souvenir unter Touristen – 37 Millionen Besucher reisten im letzten Jahr nach Japan, 47 Prozent mehr als 2023 – verstärkt den Druck auf die Nachfrage weiter. Die nächste Ernte könnte entscheidend dafür sein, die bestehenden Nahrungsengpässe zu überwinden und die zukünftige Produktionsplanung zu optimieren. Branchenexperten und Konsumenten werden genau beobachten, wie sich die Dynamik des Marktes entwickeln wird, während Teeunternehmen und Bauern sich bemühen, die Herausforderungen zu meistern und die hohe Nachfrage zu befriedigen.