
In Rostock hat Silke Herloff eine beeindruckende Karriere als Bernstein-Künstlerin aufgebaut, die bis in die Zeiten der Deutschen Demokratischen Republik zurückreicht. Sie begann bereits im Alter von 12 Jahren mit dem Sammeln von Bernstein, inspiriert von den Ausflügen ihrer Eltern an die Strände der Ostsee. Heute gilt sie als eine der talentiertesten Künstlerinnen der Region, die das faszinierende „Gold der Ostsee“ in einzigartige Kunstwerke verwandelt. Laut Nordkurier eröffnete sie im Jahr 1996 das Bernsteinhaus, ein Atelier, von dem aus sie handgemachte Einzelstücke vertreibt.
Die Verarbeitung von Bernstein war in der DDR nicht unkompliziert. Es gab strenge Richtlinien, die die Herstellung von Produkten einschränkten, die nicht für den Handel gedacht waren. Hinzu kam, dass der zusätzliche Verdienst pro Familienmitglied auf 3000 Mark begrenzt war. In diesem Kontext begann Herloffs Familie zunächst im Wohnzimmer, Holz zu verarbeiten, bevor sie einen Fischkutter kaufte, um ihre Werkstatt auf das Schiff auszulagern. Dieser Kutter musste jedoch 2017 aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben werden.
Kunstvolle Bernsteinarbeiten und ihre Besonderheiten
Silke Herloff ist stolz auf ihre Arbeit mit Bernstein, das sie für seinen charakteristischen Geruch und seine Vielfalt schätzt. Besondere Aufmerksamkeit erhält sie für Bernsteine mit Inklusen von Pflanzen oder Tieren, die einen Blick auf die Flora und Fauna von vor 50 Millionen Jahren ermöglichen. Diese Inklusen sind nicht nur Sammlerstücke, sondern auch besonders wertvoll. Die Verarbeitung des Materials erfolgt ähnlich wie bei Holz; Herloff nutzt Schleifpapier, um Figuren in die Steine zu schleifen.
Ein Highlight ihrer Kollektion ist ein Messer mit einem bernsteinfarbenen Griff, das im Stil des legendären Bernsteinzimmers gefertigt wurde und ein Kilogramm Bernstein enthält. Herloff verwendet ausschließlich Bernstein von der regionalen Ostseeküste, besonders von Usedom und dem Darß. Sie hat kürzlich über 30 Kilogramm Bernstein von privaten Sammlern erworben, was ihre Leidenschaft und die Nachfrage nach hochwertigen Stücken unterstreicht.
Die Herausforderungen beim Bernsteinsammeln
In Bezug auf das Bernsteinsammeln unterstreicht Herloff die Herausforderungen, denen sich sowohl Einheimische als auch Touristen gegenübersehen. Die Wahrscheinlichkeit, rund um Rostock Fundstücke zu finden, ist gering. Effektivere Suchvoraussetzungen bestehen auf Usedom oder dem Darß. Aus beruflichen Gründen möchte Herloff die besten Sammelplätze jedoch nicht offenbaren.
Die Bedeutung der Bernsteinverarbeitung erstreckt sich über die Kunst hinaus. Sie trägt zur Förderung des lokalen Handwerks bei und bietet den Besuchern einzigartige Erfahrungen. Die Kombination aus traditionellen und modernen Techniken hat diese natürliche Ressource in eine blühende Industrie verwandelt, was besonders auf Usedom zu spüren ist, wo Bernstein als „Gold des Meeres“ bezeichnet wird. Laut einem Artikel auf Ostsee-Magazin hat die Handwerkskunst eine wichtige Rolle im kulturellen und historischen Erbe der Region.
Insgesamt ist Silke Herloffs Arbeit ein eindrucksvolles Beispiel für die kreative Nutzung von Bernstein, die Tradition und Moderne auf geschickte Weise verbindet. Ihr Engagement für das Handwerk und der respektvolle Umgang mit dieser wertvollen Ressource machen sie zu einer herausragenden Figur in der Welt der Bernsteinverarbeitung.