
Mit dem Beginn der Hauptsaison auf Usedom, die von steigenden Temperaturen begleitet wird, gibt es eine erhebliche Nachfrage nach Abenteuern in der Luft. Während die touristischen Angebote vielfältig sind, inklusive Safari-Touren und Fallschirmsprüngen, gibt es einen stillen Rückschlag: Heißluftballonfahrten sind auf der Insel nicht mehr verfügbar. Dies berichtet die Ostsee-Zeitung.
Auf Usedom waren die Heißluftballonfahrten unter anderem bei den Anbietern Ralf Erdenberger aus Pudagla und dem Ballonsportverein Anklam populär. Derzeit sind jedoch keine Anfragen möglich, da Ralf Erdenberger seine Karriere als Ballonpilot beendet hat. Der Grund dafür sind mehrere Faktoren: die letzte Fahrt musste aufgrund einer Windrichtungsänderung abgebrochen werden, die steigenden Propangaspreise seit dem Ukraine-Konflikt, die im Schnitt 100 kg Gas pro Fahrt erfordern, sowie die zunehmenden Gewitterneigungen im Sommer.
Schwierige Rahmenbedingungen für Ballonfahrten
Der Ballonsportverein Anklam bietet ebenfalls keine Gastfahrten mehr an. Hier nennt man Wetterunberechenbarkeit und neue Vorschriften als Hauptgründe für die Entscheidung, Passagieren die Luftfahrt zu verwehren. Der Aufwand und die hohen Kosten für spezielle Ausrüstung waren ebenfalls Herausforderungen, die Ralf Erdenberger bei seiner Tätigkeit zu bewältigen hatte. Die Hülle seines Ballons kostete fast 40.000 Euro, während die Propangasflasche rund 2.500 Euro erforderte.
Erdenberger, der 2004 seine erste Ballonfahrt absolvierte und 2013 sein eigenes Unternehmen gründete, begleitete viele Urlauber auf ihren Höhenflügen über die malerische Landschaft. Gemeinsam mit den Passagieren wurde der Heißluftballon aufgebaut, was etwa 30 Minuten in Anspruch nahm. Die Flüge dauerten in der Regel zwischen 60 und 90 Minuten und boten atemberaubende Aussichten über die Insel und die Ostsee. Nach der Landung erfolgte die traditionelle „Taufe“ der Fluggäste, bei der sie in den Stand der Adeligen erhoben und mit einer Urkunde geehrt wurden.
Die Ballonfahrten wurden häufig als Geschenke zu besonderen Anlässen genutzt. Solch ein Erlebnis war immer ein Höhepunkt für viele, die die Schönheit Usedom aus der Luft erkunden wollten. Wie Ballonfahrt-Gutschein berichtet, beginnt das Erlebnis immer mit einem Transfer zum Startplatz, und die Passagiere erhalten vor dem Flug eine kurze Einweisung, bevor sie in den Ballon steigen.
Heißluftballons in ganz Deutschland
Obwohl Usedom jetzt ohne Heißluftballonfahrten auskommen muss, ist das Ballonfahren in Deutschland weiterhin sehr populär. Bereits seit 1783 erfreuen sich Heißluftballons großer Beliebtheit in verschiedenen Regionen des Landes. In Mecklenburg-Vorpommern, wo Usedom liegt, sind beispielsweise Ballonfahrten mit Blick auf die schöne Mecklenburgische Seenplatte und die Ostseeküste möglich. Weitere beliebte Standorte sind in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und sogar in den großen Städten wie Berlin, wo die Passagiere einen Blick auf den Fernsehturm oder das Schloss Sanssouci genießen können, wie die Ballonfahrt.de zusammenfasst.
In dieser Saison bleibt zu hoffen, dass der Ballonflug über Usedom bald wieder in vollem Umfang angeboten werden kann, denn die Nachfrage nach solchen Abenteuern hält unvermindert an.