
In Europa haben Studierende, die ein Medizinstudium ohne Numerus Clausus (NC) anstreben, zahlreiche Ansätze, um ihren Traum zu verwirklichen. Viele europäische Universitäten bieten attraktive Programme an, bei denen der Notendurchschnitt des Abiturs oft keine oder nur eine untergeordnete Rolle für die Zulassung spielt. Dabei variieren die Anforderungen je nach Universität erheblich. Von Aufnahmetests über persönliche Interviews bis hin zu Motivationsschreiben reicht die Palette der Kriterien, die es zu erfüllen gilt. Dies berichtet RP Online.
Die Studiengebühren für ein Medizinstudium in diesen Ländern können stark variieren, zwischen 7.500 und 28.350 Euro pro Jahr. Abhängig vom jeweiligen Land kommen auch unterschiedliche Lebenshaltungskosten auf die Studierenden zu, die in Osteuropa oftmals günstiger sind.
Standorte mit Medizinstudiengängen ohne NC
Mehrere Länder in Europa bieten Möglichkeiten für Studierende, die ohne NC studieren möchten:
- Belgien: Universitäten in Antwerpen, Gent, Leuven, Lüttich und Brüssel.
- Niederlande: Universität Groningen.
- Österreich: Danube Private University und Sigmund-Freud-Universität in Wien.
- Frankreich: Universitäten in Paris, Lille, Bordeaux und Montpellier.
- Großbritannien: Oxford, Cambridge, Edinburgh, Cardiff und Swansea.
- Bulgarien: Universitäten in Varna, Sofia, Pleven und Plovdiv.
- Rumänien: Universitäten in Bukarest, Targu Mures und Timisoara.
- Estland: Universität Tartu.
- Ungarn: Semmelweis-Universität in Budapest und Medizinische Universität Debrecen.
Dabei gilt es zu beachten, dass die Anerkennung von Abschlüssen eine zentrale Rolle spielt. Studienabschlüsse aus der EU und der Schweiz werden in Deutschland anerkannt, was den Bewerbungsprozess für die Approbation erheblich erleichtert. Für Abschlüsse aus Nicht-EU-Ländern ist die Anerkennung ebenfalls möglich, wenn eine Gleichwertigkeit zum deutschen Medizinstudium besteht. Diese Verfahren sind jedoch oft mit zusätzlichem Aufwand und Kosten verbunden, wie Unicum beschreibt.
Kosten und Finanzierung
Die finanziellen Aspekte eines Medizinstudiums im Ausland sind vielfältig. Die Studiengebühren variieren nicht nur je nach Land, sondern auch zwischen öffentlichen und privaten Universitäten. Beispielsweise sind die Gebühren in Bosnien und Herzegowina zwischen 1.000 und 2.000 EUR, während sie in Großbritannien bei bis zu 9.250 GBP pro Jahr liegen können. Lebenskosten stellen ebenfalls einen wichtigen Faktor dar, die in den meisten osteuropäischen Ländern meist zwischen 400 und 800 EUR pro Monat liegen, während sie in westeuropäischen Ländern deutlich höher sind.
Finanzierungsmöglichkeiten sind umfangreich und sollten frühzeitig in Angriff genommen werden. Hierzu gehören Auslands-BAföG, Studienkredite bei Banken wie der Kreditanstalt für Wiederaufbau sowie Stipendienprogramme wie Erasmus+ und spezielle Fördermöglichkeiten durch Stiftungen und Organisationen. Wer sich für ein Medizinstudium im Ausland entscheidet, sollte sich auch über zusätzliche Ausgaben wie Miete, Verpflegung, Krankenversicherung und gegebenenfalls Visumgebühren informieren, wie Medizinstudium im Ausland betont.