
Am 5. April 2025 feierte Microsoft sein 50-jähriges Bestehen, ein Ereignis, das durch eine unerwartete Unterbrechung geprägt wurde. Während einer live übertragenen Präsentation durch den AI CEO Mustafa Suleyman protestierten mehrere Microsoft-Mitarbeiter gegen die Rolle des Unternehmens in militärischen Operationen in Israel und Palästina. Laut Al Jazeera haben Microsofts AI-Modelle Berichten zufolge in einem israelischen Militärprogramm zur Zielauswahl für Angriffe in Gaza beigetragen.
Die Protestaktionen während der Jubiläumsfeier reflektieren eine wachsende Unzufriedenheit unter den Mitarbeitern über die geschäftlichen Praktiken des Unternehmens. Besonders deutlich wurde dies durch die Worte von Ibtihal Aboussad, einer Softwareentwicklerin im AI Platform-Team. Sie rief in die Menge und beschuldigte Microsoft, „dieses Völkermord zu ermöglichen“ und warf während ihrer Kundgebung einen Keffiyeh-Schal auf die Bühne. Suleyman, der die Proteste anerkannt hat, sagte: „Danke für euren Protest, ich höre euch.“
Proteste während der Feierlichkeiten
Ein weiterer Protester, Vaniya Agrawal, trat ebenfalls in Erscheinung und unterbrach eine Sitzung mit Bill Gates, dem Mitbegründer von Microsoft, und anderen Führungskräften. Dies zeigt den kollektiven Unmut, der sich über die letzten Monate hinweg aufgebaut hat. Bereits im Februar hatten fünf Microsoft-Mitarbeiter während eines internen Meetings mit T-Shirts, die die Frage „Does our code kill kids?“ zeigten, gegen die militärischen Verträge der Firma protestiert.
Laut Berichten von Devdiscourse waren die Proteste ein deutliches Zeichen für die ethischen Bedenken, die viele Mitarbeiter hinsichtlich der Verbindung zwischen Microsoft und dem Militär hegen. Microsoft betonte in einer Stellungnahme, dass es wichtig sei, Stimmen zu hören, ohne dabei geschäftliche Störungen hervorzurufen.
Ethische Bedenken und Militärverträge
Vor dem Hintergrund der angespannten Situation in Gaza, wo laut dem Gesundheitsministerium der Region mehr als 61,700 Palästinenser getötet wurden, gewinnt der Protest zusätzliche Dringlichkeit. Die Gewalt, die im Oktober 2023 nach dem Angriff von Hamas auf Israel begann, hat auch Microsofts Rolle in der Region in den Fokus gerückt. Aboussad äußerte, dass die Nutzung von Microsoft- und OpenAI-Produkten durch das israelische Militär seit diesem Angriff um das 200-fache zugenommen habe. Kritiker werfen Microsoft vor, sensible militärische Projekte wie das „Target Bank“-System zu unterstützen, das zur Auswahl von Bombenzielen dient.
Leser können die Entwicklungen zu den Protesten und den anhaltenden Konfliktherausforderungen in der Technologiewelt verfolgen, wobei der Druck auf Unternehmen, sich zu positionieren, weiter steigen wird. Die Diskussion über Ethik in der Technologie wird durch solche Vorfälle nur verstärkt, und Microsoft steht vor der Herausforderung, wie transparent es mit seinen militärischen Verträgen umgeht und wie ernst es die Bedenken seiner Mitarbeiter nimmt. Weitere Informationen über die Proteste finden sich auch auf Gizmodo.