
Die britische Miniserie „Adolescence“ hat seit ihrer Veröffentlichung am 13. März 2025 auf Netflix bereits fast 100 Millionen Abrufe erreicht. Mit genau 96,7 Millionen Abrufen in den ersten zweieinhalb Wochen ist die Serie ein Überraschungserfolg. Die Geschichte handelt von dem 13-jährigen Jamie Miller, der eine Mitschülerin ersticht, und beleuchtet die psychologischen Herausforderungen, denen Jugendliche gegenüberstehen.
Die Miniserie, die aus vier Episoden mit einer Gesamtlaufzeit von 3 Stunden und 50 Minuten besteht, thematisiert die Psyche des Jungen, der unter Mobbing, sozialer Isolation und schädlichen Vorstellungen von Männlichkeit leidet. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der dritten Episode, in der eine Psychologin Jamie befragt, was die emotionalen und psychologischen Aspekte seines Handelns näher beleuchtet. Regie führte Philip Barantini, der für seinen realistischen und ungeschnittenen Erzählstil bekannt ist.
Einfluss und gesellschaftliche Relevanz
Der Premierminister Großbritanniens, Keir Starmer, hat die Schöpfer der Serie getroffen und betont, wie wichtig es sei, „Adolescence“ in Schulen zu zeigen. Es ist geplant, dass die Serie in weiterführenden Schulen kostenlos gezeigt wird, obwohl sie normalerweise kostenpflichtig auf Netflix verfügbar ist. Diese Initiative soll dazu beitragen, mit Schülern über die realen Probleme von Mobbing und psychischen Erkrankungen zu sprechen.
Das Thema Mobbing ist von enormer gesellschaftlicher Relevanz. Laut einer aktuellen Studie der WHO Europa erleben etwa 15 % der Jugendlichen Cyber-Mobbing, und 11 % waren in der Schule von Mobbing betroffen. Die Studie zeigt, dass die Trends beim Schul-Mobbing weitgehend stabil bleiben, während der Anstieg beim Cyber-Mobbing, insbesondere unter Mädchen, alarmierend ist. Die Veröffentlichung des zweiten Bands der HBSC-Studie, die Daten von etwa 279.000 Jugendlichen in 44 Ländern erfasst, bestätigt diese Ergebnisse.
Mobbing als Gesundheitsrisiko
Die negativen Auswirkungen von Mobbing auf die psychische Gesundheit von Heranwachsenden sind gravierend. Mobbing wird als wiederholte Gewalt betrachtet, die absichtlich Schaden anrichten soll und ein Machtungleichgewicht zwischen den Beteiligten zeigt. Der Bedarf an wirksamen Anti-Mobbing-Maßnahmen bleibt weiterhin hoch, um die Lebensqualität junger Menschen zu verbessern.
Zusätzlich zu den physischen und emotionalen Folgen von Mobbing bestätigen wissenschaftliche Analysen, dass insbesondere Jugendliche, die sich als gender-divers identifizieren, vermehrt von Mobbing betroffen sind. Dieser Aspekt erfordert gezielte Interventionen zur Bekämpfung des Problems.
Die Verbindung zwischen den Themen der Miniserie „Adolescence“ und den aktuellen Studien über Mobbing stellt einen wichtigen Schritt in der Aufklärung und Sensibilisierung dar. Diese Diskussionen in Schulen könnten helfen, eine neue Generation von Jugendlichen zu fördern, die nicht nur über Mobbing sprechen, sondern auch aktiv gegen dessen Auswirkungen arbeiten.
Insgesamt zeigt der Erfolg von „Adolescence“ und die Verbreitung solcher relevanten Themen die Notwendigkeit von Bildungsangeboten und Diskussionen über Mobbing in Jugendkulturen. Die Hoffnung liegt darin, dass die Serie nicht nur zur Unterhaltung dient, sondern auch einen wertvollen Beitrag zur Bewusstseinsbildung über die psychischen Herausforderungen von Jugendlichen leistet.
Weitere Informationen zur WHO-Studie finden Sie auf der offiziellen Website der WHO Europa sowie zu Mobbing und psychischer Gesundheit auf der Webseite des RKI.
Für weitere Einblicke zum Thema „Adolescence“ besuchen Sie bitte die BNN.