
In der Region Braunschweig droht die Zuckerrübenernte durch die Schilf-Glasflügelzikade stark gefährdet zu werden. Diese invasive Art überträgt schädliche bakterielle Krankheiten, die bereits in verschiedenen Teilen Deutschlands für erhebliche Probleme sorgen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat daher eine Notfallzulassung für mehrere Pflanzenschutzmittel erteilt, um die Landwirte zu unterstützen, deren Ernte unter dem Druck dieser Zikade leidet. Die Zulassung betrifft reguläre Produkte, deren Anwendungsgebiete für 120 Tage ausgeweitet wurden, was den Landwirten in Braunschweig eine kurzfristige Hilfestellung bieten soll berichtet T-Online.
Die Schilf-Glasflügelzikade verursacht einen „neuartigen Krankheitskomplex“, der Landwirte vor große Herausforderungen stellt. Bereits in Süddeutschland mussten massive Ertragseinbußen wegen dieser Zikade verzeichnet werden, was die Sorgen der Anbauverbände in Niedersachsen verstärkt. Diese warnen schon seit November vor einer existenziellen Bedrohung für den Anbau, da der Erreger nicht direkt bekämpft werden kann und es keine regulär zugelassenen Mittel gegen die Zikade im Zuckerrübenanbau gibt.
Erweiterte Zulassungen und Forderungen
Angesichts der kritischen Situation fordern der Deutsche Bauernverband sowie die Anbauverbände eine zeitnahe Zulassung von Insektiziden und Saatgutbehandlungen. Diese Maßnahmen erscheinen als unerlässlich, um den weiteren Rückgang der Erträge zu verhindern und die Landwirte zu unterstützen. Die Geschwindigkeit, mit der sich die Zikade verbreitet, macht die Bekämpfung noch komplizierter. Ihre Mobilität lässt erahnen, dass die Situation in naher Zukunft noch schwieriger werden könnte.
Die Gefahren invasiver Arten
Die Schilf-Glasflügelzikade ist nicht die einzige invasive Art, die der Landwirtschaft schadet. Laut dem Weltbiodiversitätsrat IPBES könnte die Zahl der gebietsfremden Arten bis 2050 um ein Drittel steigen. Der Klimawandel fördert zusätzlich die Ansiedlung invasiver Arten, die nicht nur als Schädlinge auftreten, sondern auch Krankheiten übertragen und heimische Arten verdrängen können. Dies hat signifikante wirtschaftliche Konsequenzen: In Europa wurden von 1960 bis 2020 Schäden in Höhe von 116,61 Milliarden Euro verzeichnet, wobei Deutschland mindestens 8,21 Milliarden Euro an Schäden erlitten hat ergänzt Landwirtschaft.de.
Zusammenfassend zeigt sich, dass invasive Arten wie die Schilf-Glasflügelzikade nicht nur akute Gefahren für einzelne Ernten darstellen, sondern auch langfristig das Gleichgewicht der Ökosysteme stören können. Die landwirtschaftlichen Herausforderungen, die sich aus der Ausbreitung solcher Arten ergeben, verlangen nach umgehenden Maßnahmen und einer verstärkten öffentlichen Aufmerksamkeit.