
Seit Mittwochmorgen, dem 2. April 2025, sind die Beschäftigten der Charité-Tochter CFM in einem unbefristeten Streik. Laut rbb24 gaben 99,3 Prozent der CFM-Mitglieder in einer Urabstimmung ihr Votum für diesen Schritt ab. Die Gewerkschaft Verdi hat diese Entscheidung mit Nachdruck gefordert, um auf die ungleiche Bezahlung der CFM-Beschäftigten im Vergleich zum Charité-Personal aufmerksam zu machen.
CFM, zuständig für verschiedene Services wie Krankentransporte, Reinigung, Catering und Technik, sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, dass die Arbeitsbedingungen ihrer Mitarbeiter erheblich schlechter sind. Dies wird oft als „Zweiklassengesellschaft“ bezeichnet. Verdi hat der CDU-SPD-Koalition gebrochenen Koalitionsvertrag vorgeworfen, der eine Angleichung der Gehälter zusicherte. Der regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bezeichnete die ungleiche Bezahlung als Ungerechtigkeit und kündigte eine Überprüfung an.
Ursachen und Hintergründe des Streiks
Die CFM-Beschäftigten hatten in den Wochen vor dem Streik bereits mehrfach an Warnstreiks teilgenommen, um ihre Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen und einer gerechten Bezahlung zu untermauern. In der kritisierten CFM-Geschäftsführung sieht Verdi eine „Arbeitsverweigerung am Verhandlungstisch“. Der aktuell laufende Streik könnte, so die Gewerkschaft, zu erheblichen Einschränkungen bei der Patientenversorgung führen.
Der unbefristete Streik ist Teil eines größeren Konfliktes im öffentlichen Gesundheitssektor. Ende Januar waren die ersten Verhandlungen im Tarifstreit für den Öffentlichen Dienst ergebnislos geblieben. Spätestens am Mittwoch, in dem die CFM-Mitarbeiter in den Streik traten, fanden bundesweite Protestaktionen im Gesundheitsbereich statt. Beschäftigte in Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen und Bayern demonstrierten ebenfalls für ihre Rechte und forderten höhere Einkommen.
Proteste und Forderungen im Gesundheitssektor
In diesem Kontext konnte Verdi in Lüneburg mehr als 200 Teilnehmer mobilisieren, die für ihre Belange eintraten. Dies geschah parallel zu Herausforderungen, die andere Städte ebenfalls mit zahlreichen Protesten konfrontierten. Für die Beschäftigten des Gesundheitssektors fordert Verdi unter anderem:
- Lohnsteigerung von 8 % oder mindestens 350 Euro monatlich
- Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 200 Euro monatlich
- Höhere Zuschläge für belastende Jobs, insbesondere für Wechselschichtarbeit
- Drei zusätzliche freie Tage sowie ein freier Tag für Gewerkschaftsmitglieder
- Einrichtung von Arbeitszeitkonten für Beschäftigte im öffentlichen Dienst
Allerdings zeigte sich die Arbeitgeberseite in der ersten Verhandlungsrunde wenig kompromissbereit, was die Gewerkschaft zu weiteren Spannungen und einer intensiveren Auseinandersetzung führt. Der Beamtenbund DBB kritisierte zudem Verzögerungen bei den Verhandlungen und wies auf die realistischen Erwartungen an einen neuen Tarifvertrag hin.