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Ewald Mataré: Kühe im Wind – Kunstwerke, die Geschichten erzählen!

Aktuell ziert eine bemerkenswerte Ausstellung das Kunsthaus Dahlem, die den künstlerischen Schaffensprozess von Ewald Mataré beleuchtet, einem bedeutenden deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts. Unter dem Titel „Nichts als Natur“ sind bis zum 9. Juni 2025 rund 80 Werke zu sehen, darunter Holzschnitte und kunsthandwerkliche Stücke, die sich mit Matarés Tierplastiken auseinandersetzen. Mataré, der 1887 in Aachen geboren wurde und 1965 verstarb, entwickelte eine besondere Faszination für Kühe und widmete diesen Tieren zahlreiche Werke.

Bereits 1923 schuf er seine erste Kuhskulptur, die er „Windkuh“ nannte. Diese erste Darstellung zeugt von seiner Beobachtungsgabe, denn Kühe stellen sich bei Wind oft in Positionen auf, die ihnen wenig Angriffsfläche bieten. Diese Details sind nicht nur Ausdruck seiner künstlerischen Neigung, sondern auch seiner Liebe zur Natur. Tagesspiegel berichtet, dass Mataré seine Kühe in vielen Variationen darstellte, wobei er sich nicht auf naturgetreue Abbildungen konzentrierte, sondern vielmehr plastische Formen anstrebte.

Künstlerische Entwicklung und Einflüsse

Ewald Mataré begann seine Karriere als Maler und Grafiker, allerdings wendete er sich nach Erlebnissen mit Materialmangel dem Schnitzen zu. Der Künstler war ein Mitglied der Novembergruppe und der Porza-Vereinigung, erlebte in seiner Laufbahn zwei Weltkriege sowie die Weimarer Republik und den Nationalsozialismus. Kunsthaus Dahlem unterstreicht, dass seine Tierplastiken eine besondere Stellung in der deutschen Bildhauerei einnehmen. Besonders bemerkenswert ist, dass Matarés Werke während der nationalsozialistischen Aktion „Entartete Kunst“ in den Jahren 1938 beschlagnahmt wurden, was seine Schaffenszeit stark prägte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm Mataré 1946 die Leitung einer Bildhauerklasse an der Kunstakademie Düsseldorf, wo er unter anderem Joseph Beuys unterrichtete. In den 1950er- und 1960er-Jahren realisierte er zahlreiche Auftragsarbeiten, darunter die Bronzetüren für das Südquerhaus des Kölner Doms. Er wurde für seine Verdienste mit mehreren Auszeichnungen gewürdigt, darunter dem Thorn-Prikker-Preis (1952) und dem Großen Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen (1953). 1958 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.

Das Angebot der Ausstellung

Die aktuelle Ausstellung im Kunsthaus Dahlem zeigt Werke, die einen klaren Wandel in Matarés Stil erkennen lassen; während die Arbeiten der 1920er Jahre figürlich ausgeprägt sind, lässt sich ab den 1940er Jahren eine zunehmende Abstraktion ausmachen. Neben den Tierplastiken finden sich auch Papierarbeiten und kunsthandwerkliche Objekte, die die Vielfalt seines Schaffens dokumentieren.

Zusätzlich zeigt die Ausstellung Arbeiten der zeitgenössischen Künstlerin Pomona Zipser, die mit Fundholz arbeitet. Ein interaktiver Raum lädt die Besucher ein, selbst mit Formen zu experimentieren, was besonders für Kinder von Interesse ist. Ein zweisprachiger Katalog zur Ausstellung bietet über 80 Abbildungen und Texte von Dorothea Schöne und Philine Pahnke und ergänzt die Präsentation.

Insgesamt liefert die Ausstellung „Nichts als Natur“ einen tiefen Einblick in die Welt Ewald Matarés und dessen Auseinandersetzung mit der Natur und ihren Wesen, die stilistisch und emotional eindrucksvolle Spuren hinterlassen hat. Matarés frühestes Stück, eine Katze aus Bernstein, und sein letztes Werk, ein Biberchen aus Silber, bilden den Rahmen dieser umfassenden Retrospektive.

Statistische Auswertung

Genauer Ort bekannt?
Kunsthaus Dahlem, Berlin, Deutschland
Beste Referenz
tagesspiegel.de

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