
Die Einführung des neuen Payback-Programms in Supermärkten wie Edeka sorgt derzeit für erhebliche Diskussionen unter den Kunden. Ab dem 1. Januar 2025 wird Edeka, im Rahmen der Beendigung seiner Partnerschaft mit Rewe, an die Stelle der bisherigen Deutschlandcard treten und Payback-Punkte anbieten. Die Rewe-Gruppe steigt gleichzeitig aus dem Payback-Programm aus und entwickelt ein eigenes System zur Kundenbindung. Die Anpassung der Bonusprogramme könnte weitreichende Folgen für das Einkaufsverhalten der Verbraucher haben.
Ein grundlegendes Problem sind die zahlreichen Beschwerden der Kunden über die Einführung des neuen Punktesystems. Viele Kunden äußern ihren Unmut in sozialen Medien und empfinden die Bonusprogramme als unpraktisch und wenig vorteilhaft. Insbesondere die Notwendigkeit, für verschiedene Geschäfte unterschiedliche Karten zum Punktesammeln zu besitzen, wird als lästig empfunden. Derwesten.de berichtet, dass viele Kunden bereits unzufrieden mit der bestehenden Deutschlandcard sind und keine nennenswerten Ersparnisse durch die verschiedenen Programme erkennen können.
Frustration an der Verkaufsfront
Ein Edeka-Filialleiter aus Dortmund zeigt sich besorgt über die finanziellen Auswirkungen des Payback-Programms auf kleinere Märkte. Er gibt an, dass die Teilnahme an diesem Programm die Filiale zwischen 50.000 und 100.000 Euro kosten könnte, was für viele kleinere Handelsunternehmen nicht tragbar ist. Zudem berichten Kunden auch von Schwierigkeiten beim Einlösen von Punkten, insbesondere in den Netto-Märkten, in denen die Akzeptanz des neuen Punktesystems noch nicht vollständig klärt ist.
Ab März 2025 können Kunden in Edeka-Filialen aktiv Payback-Punkte sammeln. Doch nicht alle Edeka-Filialen nehmen an der Partnerschaft teil. In der Region Hessenring wird Payback überhaupt nicht akzeptiert, was die Verwirrung unter den Kunden weiter verstärkt. Giga.de hebt hervor, dass die bestehende Deutschlandcard bis Ende Februar 2025 weiterhin genutzt werden kann und anschließend von Payback abgelöst wird.
Der Markt im Wandel
Die Entscheidung von Edeka, Payback anstelle der Deutschlandcard einzuführen, kommt zu einem kritischen Zeitpunkt für die Einzelhandelslandschaft in Deutschland. Während Rewe versucht, durch eigene Programme wie Rabatte und Bonus-Coupons neue Nutzer zu gewinnen, reagiert Edeka mit einem Multipartner-Programm, um verlorene Marktanteile zurückzugewinnen. Laut Tagesschau.de hat Edeka in Payback investiert und insgesamt über 30 Millionen Nutzer in Deutschland.
Experten sind sich einig, dass die Kundengewinnung teuer ist und die Händler ihre Kosten senken müssen, um profitabel zu bleiben. Die Strategie, Kunden durch hohe Rabatte und verschiedene Kundenbindungssysteme zu ködern, birgt allerdings Risiken, denn die langfristige Nachhaltigkeit solcher Praktiken ist fraglich. Verbraucher und Händler stehen vor der Herausforderung, sich in einer immer komplexer werdenden Bonuswelt zurechtzufinden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Einführung des Payback-Programms in Edeka und anderen Supermärkten sowohl Chancen als auch Herausforderungen birgt. Während Kunden nach besseren Ersparnissen und einfachereren Lösungen verlangen, müssen Händler kreative Wege finden, um im Wettbewerb zu bestehen und gleichzeitig die Bedürfnisse ihrer Kunden zu erfüllen.