
Heute haben die Unternehmen Ionity, Fastned, Electra und Atlante die Spark Alliance ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative ist die Schaffung eines grenzübergreifenden Ladenetzes für Elektroautos, das ohne Roaming-Hürden auskommt. Die Nutzer dieser Allianz profitieren von über 1.700 Ladestationen mit insgesamt mehr als 11.000 Ladepunkten in 25 Ländern. Eine einmalige Registrierung bei einem der four Anbieter ermöglicht den Zugang zu dem gesamten Netz.
Besonders Ionity hat sich in Deutschland als prominenter Anbieter etabliert und bietet Schnellladesäulen in 24 Ländern an. Fastned hingegen betreibt über 250 Ladestationen in mehreren europäischen Ländern, darunter die Niederlande, Deutschland, das Vereinigte Königreich, Belgien, die Schweiz und Frankreich. Atlante ist auf Schnell- und Ultra-Schnellladestationen in Südeuropa spezialisiert, während Electra aktiv in Deutschland sowie in der Schweiz, Österreich, Belgien, Luxemburg, Italien und Spanien tätig ist.
Geplante Expansion
Die Spark Alliance plant für die nächsten Jahre eine massive Expansion: Atlante beabsichtigt, die Anzahl seiner Ladepunkte von derzeit 5.000 auf insgesamt 35.000 bis 2028 zu erhöhen. Electra hat sich vorgenommen, bis 2030 ein Netz von 2.200 Stationen mit insgesamt 15.000 Ladepunkten in Europa aufzubauen. Zudem sollen in den kommenden Wochen zehn neue Ladeparks in Deutschland, unter anderem in Städten wie München, Berlin, Dortmund und Oberhausen, errichtet werden.
Ein weiteres innovatives Merkmal wird die Einführung der „Plug and Charge“-Funktion sein, die ab Herbst 2025 erwartet wird. Damit können Nutzer bequem über die App eines Anbieters alle Ladesäulen der Allianz sowie die Ladevorgänge starten. Die Electra-App wird zudem Routenführung und eine Reservierungsfunktion bieten.
Herausforderungen beim Ausbau
Trotz der positiven Entwicklungen sieht sich die Spark Alliance Herausforderungen gegenüber. Linda Boll, die Deutschland-Chefin von Fastned, weist auf bürokratische Hürden beim Ausbau des deutschen Ladenetzes hin. Besonders der Zugang zu benötigten Flächen und die heterogene Betreiberstruktur mit 873 Mittelspannungsnetzbetreibern, die unterschiedliche Regelungen haben, machen den Ausbau schwierig. Zudem ist der Preis für das Ad-hoc-Laden in diesen Netzen derzeit mit 73 Cent pro Kilowattstunde relativ hoch.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die dominante Rolle von Tank & Rast im deutschen Ladenetz, die 90 % der 360 bewirtschafteten Raststätten an Autobahnen betreiben. 2022 wurde ihre Konzession für den Betrieb von Schnellladesäulen ohne offizielle Ausschreibung erweitert. Fastned hat gegen diese Regelung geklagt und erwartet ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs.
Der Markt für Elektromobilität in Europa
Die Initiative der Spark Alliance fällt in einen Kontext, in dem die Elektromobilität in der EU eine zentrale Rolle in der Energiewende spielt. Bis 2030 plant Deutschland, rund 15 Millionen Elektroautos auf den Straßen zu haben. Der aktuelle Marktanteil von Elektroautos in der EU beträgt 14,6 % und hat damit die Verkaufszahlen von Dieselfahrzeugen überholt. Führende Nationen im Bereich der Ladeinfrastruktur sind die Niederlande, Deutschland und Frankreich, wobei Deutschland etwa 120.626 Ladepunkte bietet.
Um den steigenden Bedarf an Ladeinfrastruktur bis 2030 zu decken, wird geschätzt, dass rund 440.000 neue Ladestationen jährlich erforderlich wären. Experten beanspruchen, dass der tatsächliche Bedarf noch höher eingeschätzt werden muss. Innovative Technologien wie die Entwicklung schnellerer Ladevorgänge und induktives Laden sind im Test, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden.
Insgesamt zeigt sich, dass die Spark Alliance mit ihrem grenzübergreifenden Ansatz und den geplanten Expansionen eine vielversprechende Antwort auf die Herausforderungen der Elektromobilität gibt. Dennoch ist der Weg zum flächendeckenden Ausbau einer effektiven Ladeinfrastruktur in Europa und Deutschland weiterhin mit Hürden gespickt.