
Am 2. April 2025 lud die Technische Universität Dortmund zu einem besonderen Ereignis ein: Der renommierte Psychologieprofessor Albert Newen von der Ruhr-Universität Bochum führte einen Rundgang durch die faszinierende Ausstellung „Wahrnehmen & Verstehen – die Welt, sich selbst und andere“ auf dem Campus Stadt der TU Dortmund. Die Veranstaltung wurde live von WDR 5 übertragen und bot den Zuschauern spannende Einblicke in die Komplexität der menschlichen Wahrnehmung.
Die von Prof. Newen und seinen Kollegen, Prof. Katja Crone von der TU Dortmund und Prof. Raphael van Riel von der Universität Duisburg-Essen, konzipierte Ausstellung lädt die Besucher ein, die vielfältigen Facetten der Wahrnehmung zu ergründen. Zentrale Themen seines Vortrags waren die Bedeutung der Wahrnehmung für das Erfahren der Welt, verschiedene visuelle Täuschungen sowie die Unterschiede in der Sinneswahrnehmung zwischen Menschen und Tieren, speziell zwischen Hund und Mensch.
Experimentieren mit Wahrnehmung
Ein besonders bemerkenswertes Exponat der Ausstellung zeigt, wie unterschiedlich Farben wahrgenommen werden können. An einem Beispiel eines Kleides sehen einige Besucher die Farben „Lila mit Dunkelbraun“, während andere es als „Weiß mit Gold“ empfinden. Dies sorgte für eine lebhafte Diskussion unter den Anwesenden, moderiert von Jürgen Wiebicke, über die Gründe dieser Wahrnehmungsunterschiede.
Prof. Newen erläuterte, dass sowohl die Wahrnehmung von Licht, etwa im Vergleich zwischen hellem Tageslicht und seichtem Morgenlicht, als auch persönliche Lebenserfahrungen entscheidend für die individuelle Interpretation von Sinneseindrücken sind. Die Ausstellung umfasst zusätzlich weitere interessante Illusionen, die die Besucher aktiv ausprobieren können.
Neurologische Grundlagen der visuellen Wahrnehmung
Um ein umfassendes Verständnis der Wahrnehmung zu entwickeln, ist es hilfreich, die zugrundeliegenden neurologischen Prozesse zu betrachten. Sehnerven spielen in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle, da sie Informationen über die sogenannte „Sehnervenkreuzung“ leiten. Hierbei kreuzen die Nerven vom linken Auge zur rechten Gehirnhälfte und umgekehrt, was die Sinneswahrnehmung verbessert.
Die Informationen gelangen schließlich zur primären Sehrinde im Okzipitallappen, wo sie sortiert und weiter an den Parietal- und Temporallappen gesendet werden. Der Parietallappen verarbeitet Bewegungen und Positionen, während der Temporallappen für die visuelle Wahrnehmung von Farben, Mustern und Formen verantwortlich ist. Dieser hochkomplexe Prozess, von der Lichtwahrnehmung bis zur Auswertung im Gehirn, geschieht in einem Bruchteil einer Sekunde und ist weitgehend unterbewusst.
Die Ausstellung „Wahrnehmen & Verstehen“ ist noch bis zum 6. April 2025 geöffnet und bietet eine fesselnde Gelegenheit, mehr über die Dynamiken der Wahrnehmung zu erfahren. Die Zusammenarbeit zwischen den Wissenschaftlern und die aktive Einbindung des Publikums machen diese Veranstaltung zu einem besonderen Erlebnis, das die Teilnehmer nicht so schnell vergessen werden.
Für weitere Informationen zur Ausstellung und zu den Themen der Veranstaltung empfehlen wir den Besuch von tu-dortmund.de sowie ergänzende Einblicke auf mediarep.org und studyflix.de.