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Deutsche Rakete Spectrum: Erster Start aus Norwegen am Montag!

Isar Aerospace, ein aufstrebendes Start-up aus Ottobrunn bei München, steht kurz vor einem bedeutenden Meilenstein in der europäischen Raumfahrt. Das Unternehmen hat am 20. März die Genehmigung für den bevorstehenden Start seiner selbst entwickelten Rakete „Spectrum“ vom norwegischen Weltraumbahnhof Andøya erhalten. Geplant ist der Start am Montag, 24. März, zwischen 12.30 und 15.30 Uhr, sofern das Wetter es zulässt, berichtete RP Online.

Die „Spectrum“ hat eine beeindruckende Höhe von 28 Metern und einen Durchmesser von 2 Metern. Sie kann eine Nutzlast von bis zu 1000 Kilogramm in einen niedrigen Erdorbit befördern. Für den ersten Testflug werden keine Nutzlasten mitgeführt; dieser dient primär der Sammlung von Daten und dem Sammeln von Erfahrungen mit der komplexen zweistufigen Rakete. Die erste Stufe der Rakete nutzt neun Aquila-Triebwerke, die insgesamt eine Schubkraft von 675 Kilonewton, also etwa 69 Tonnen, erzeugen. Die zweite Stufe besteht aus einem einzelnen, optimierten Aquila-Triebwerk, das im Vakuum arbeiten kann und 95 Kilonewton (ca. 9,7 Tonnen) Schubkraft bietet.

Bedeutung für die europäische Raumfahrt

Der bevorstehende Start ist historisch, da er den ersten Flug einer europäischen Rakete von europäischem Boden darstellt. Bisher wurden europäische Raketenstarts hauptsächlich von den Ariane- und Vega-Systemen in Französisch-Guayana durchgeführt. Isar Aerospace verfolgt das Ziel, durch kostengünstige Raketen für kleine und mittlere Satelliten einen unabhängigen und wettbewerbsfähigen Zugang zum Weltraum aus Europa zu schaffen. In Anbetracht der Dominanz von Unternehmen wie SpaceX könnte dieser Fortschritt für die europäische Raumfahrt von großer Bedeutung sein, so Süddeutsche Zeitung.

Angesichts der wachsenden Nachfrage nach Raketenstarts hat Isar Aerospace bereits beeindruckende Buchungen bis zum Jahr 2027 erhalten, unter anderem von Airbus und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Diese Aufträge reflektieren die steigende Bedeutung kleinerer Raketen und den künftig prognostizierten Markt mit schätzungsweise 70 Starts von Microlaunchern bis 2027. Der Erfolg des bevorstehenden Erstflugs hat somit auch direkte Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität des Unternehmens.

Technologische Innovation

Die Rakete „Spectrum“ wird umweltfreundlich betrieben, wobei flüssiger Sauerstoff und Propan verwendet werden. Isar Aerospace hat darüber hinaus rund 400 Millionen Euro an Investitionen akquiriert, einschließlich finanzieller Unterstützung von Airbus Ventures und der Porsche Holding. Um zukünftige Abhängigkeiten von Zulieferern zu verringern, produziert das Unternehmen etwa 90 % der Teile selbst und nutzt ein Konzept der ständigen Verbesserung durch „Versuch und Irrtum“.

Das Unternehmen plant zudem die Errichtung einer neuen Fabrik, die fünfmal so groß sein wird wie die derzeitige Produktionsfläche von 8000 Quadratmetern. Dieses Engagement für technologische Innovation und Unabhängigkeit könnte Isar Aerospace zum ersten deutschen Raketenbauer machen, der ins All startet, so DGLR.

Mit ihrem Fokus auf kosteneffiziente Raketen und innovativer Technologie zeigt Isar Aerospace vielversprechende Fortschritte im internationalen Raumfahrtsektor. Dieser Start könnte nicht nur als Vorreiter für zukünftige europäische Missionen dienen, sondern auch den Weg für weitere Start-ups in der Branche ebnen.

Statistische Auswertung

Genauer Ort bekannt?
Andøya, Norwegen
Beste Referenz
rp-online.de
Weitere Infos
sueddeutsche.de

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