
Am 25. März 2025 hat die Geschichte von Nizar Ala Rashi, einem syrischen Flüchtling, der in Delmenhorst lebt, einen neuen Höhepunkt erreicht. Nach einer langen und leidvollen Reise erhielt er am 3. November 2023 die deutsche Staatsbürgerschaft. Sein Weg in ein sicheres Leben ist geprägt von unerträglichen Erlebnissen und einem unerschütterlichen Willen zur Integration. Baschar al-Assad floh am 8. Dezember 2024 nach Moskau, was in vielen auf der Flucht befindlichen Syrern Hoffnungen auf Frieden weckte, dennoch bleibt die Lage in Syrien weiterhin angespannt und komplex.
Nizar Ala Rashi wurde 1988 in Damaskus geboren, wo er Englisch und Literatur studierte. Im Zuge der Proteste gegen die Assad-Diktatur nahm er am 26. August 2011 an einem friedlichen Protest teil. Diese Entscheidung führte zu seiner Festnahme, Folter und einem Aufenthalt von über drei Jahren im Zivilgefängnis von Damaskus, inklusive einem Monat in Isolationshaft. Nach seiner Freilassung floh er erst in kurdische Gebiete und dann über die Türkei nach Europa.
Ein beschwerlicher Fluchtweg
In Istanbul verbrachte Ala Rashi sieben Monate, bevor er Asyl in Paris beantragte. Nach 15 Tagen setzte er seine Reise fort und traf bei seinem Onkel in Essen ein, wo er schließlich in Gießen einen Asylantrag stellte. Seine ersten Monate in Deutschland waren geprägt von Herausforderungen: Nach einem Aufenthalt im Grenzdurchgangslager Friedland lebte er in einer Turnhalle in Delmenhorst. Um seine Integration zu verbessern, besuchte er Deutschkurse, die er mit dem Niveau C1 abschloss.
Im Verlauf der Jahre stabilisierte sich sein Leben: Er zog in die Delmetal-Kaserne, erhielt eine Wohnung mit seinem Bruder und schloss sein Asylverfahren im Oktober 2016 erfolgreich ab. Ala Rashi absolvierte Praktika und begann ein Studium der Sozialen Arbeit in Bremen. Diese Fortschritte führten dazu, dass er sehr emotional wurde, als er vom Sturz des Assad-Regimes erfuhr. Er weinte vor Freude über die Nachricht.
Aktuelle Herausforderungen und Perspektiven
Trotz seiner positiven Entwicklung blieb die Lage in Syrien herausfordernd. Nach dem Sturz des Assad-Regimes ist die Situation weiterhin dynamisch und schwer vorherzusagen. Entscheidungen für Asylantragstellende aus Syrien, wie sie auch bei Ala Rashi eine Rolle gespielt haben, sind bis auf Weiteres bundesweit aufgeschoben. Dies wurde am 9. Dezember 2024 erlassen. In vielen europäischen Ländern gelten ähnliche Beschlüsse. Während bestimmte Anträge, wie beispielsweise Familienasyl, weiterhin unabhängig von der Lage im Herkunftsland nicht bearbeitet werden, bleibt die Bearbeitung von Sicherheitsverfahren und anderen Entscheidungen nur teilweise möglich.
Inmitten dieser Unsicherheiten ist Nizar Ala Rashi heute Teamleiter bei einem Online-Unternehmen und kümmert sich um seine Familie, die bald weiteren Nachwuchs erwartet. Dieser Werdegang zeigt, wie trotz riesiger Hürden und einer angespannnten Lage in ihrem Heimatland Hoffnung und Integration Hand in Hand gehen können. Er gehört nun zu den vielen Syrern, die auch in Deutschland eine neue Zukunft suchen.
Für mehr Informationen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen für syrische Flüchtlinge in Deutschland siehe auch die Details auf BAMF und die Entwicklungen in Syrien auf Weser-Kurier.