
In Nordrhein-Westfalen sind Bahnreisende zwischen Köln und Koblenz aufgefordert, sich auf erhebliche Einschränkungen im Zugverkehr im kommenden Mai einzustellen. Dies berichtet Ruhr24. Von Freitag, dem 2. Mai, um 21 Uhr bis Montag, dem 19. Mai, um 5 Uhr wird die Strecke wegen der Inbetriebnahme eines neuen elektronischen Stellwerks gesperrt. Während dieser Zeit wird eine umfassende technische Prüfung des neuen Systems durchgeführt.
Die Maßnahmen betreffen nicht nur den Regionalverkehr, sondern auch nationale und internationale ICE-Verbindungen. Besonders betroffen sind mehrere Regionalexpress- und S-Bahn-Linien, die zu den am stärksten frequentierten Verbindungen in der Region gehören. Besonders erwähnt werden die Linien RE 1, RE 5, RE 8, RE 9, RE 12, RE 22 sowie RB 24, RB 26 und weitere. Der Verkehrsknotenpunkt Köln, der täglich mehr als 500.000 Pendler verzeichnet, wird somit stark eingeschränkt.
Schienenersatzverkehr und Busse
Um die Folgen der Sperrung abzufangen, wird ein umfangreicher Schienenersatzverkehr organisiert. Über 100 Gelenkbusse sind im Einsatz, um rund 700.000 Buskilometer zurückzulegen. Die Deutsche Bahn plant, zusätzliche Servicekräfte an wichtigen Bahnhöfen wie Köln Hbf, Köln Messe/Deutz, Bonn Hbf und weiteren Stationen bereitzustellen, um den Reisenden in dieser Zeit zur Seite zu stehen.
Im Fernverkehr bedeutet die Sperrung, dass ICE-Züge in Richtung Amsterdam nicht am Kölner Hauptbahnhof halten, sondern in Köln Messe/Deutz anhalten müssen. Zudem werden ICE- und IC-Züge in Richtung Bonn, Koblenz und Mainz über die rechte Rheinseite umgeleitet, wodurch Halte in Köln Hbf, Bonn Hbf, Remagen und Andernach entfallen.
Modernisierung und technische Hintergründe
Die Maßnahme ist Teil eines umfassenden Modernisierungsprojekts der Deutschen Bahn, das mit einer Investition von rund 360 Millionen Euro verbunden ist. Insgesamt werden seit Beginn der Arbeiten vor fünf Jahren 400 Kilometer Kabel verlegt und 200 neue Signale installiert. Laut Deutsche Bahn wird die vollständige Inbetriebnahme des neuen elektronischen Stellwerks „Linker Rhein“ für den 19. Mai 2025 erwartet.
Die neue Technik wird an bestehende Randstellwerke angeschlossen, während gleichzeitig über 100 Signale demontiert und 15 neue Signale montiert werden. Das Ziel der Modernisierung ist nicht nur die Verbesserung des Kundenerlebnisses, sondern auch die Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des aufgenommenen Verkehrs und die finanzielle Tragfähigkeit der Deutschen Bahn.
Die DB weist jedoch darauf hin, dass Baulärm trotz des Einsatzes modernster Arbeitsgeräte unvermeidbar sein wird. Zwei Wochen vor Baubeginn sollen die Fahrplanänderungen sowohl online als auch an den Bahnhöfen bekannt gegeben werden, damit Reisende rechtzeitig informiert sind.