
In Köln wird der diesjährige Karneval von einem besorgniserregenden Hintergrund geprägt: Islamistische Anschlagsdrohungen stellen eine Herausforderung für die Feierlichkeiten dar. Dies wurde besonders deutlich, als Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker in der letzten Sitzung des Stadtrats ihre Entschlossenheit betonte. „Es wird niemandem gelingen, uns Kölnerinnen und Kölner einzuschüchtern“, sagte sie unter starkem Beifall im Historischen Rathaus. Auch Prinz René I. äußerte sich zuversichtlich über das Sicherheitskonzept der Polizei und betonte, dass man sich das Feiern nicht verbieten lassen werde.
Die Aufrufe zu Anschlägen, die auf der Plattform X veröffentlicht wurden, haben in der Stadt für Verunsicherung gesorgt. Der Kölner Polizeipräsident Johannes Hermanns sprach von einer angespannte Situation, die jedoch in erster Linie abstrakt sei. „Solche Posts dienen der Verunsicherung der Bevölkerung“, fügte Hermanns hinzu. Sicherheit gibt es zwar nie zu 100 Prozent, dennoch sind umfassende Sicherheitsmaßnahmen geplant, um die Feiernden zu schützen.
Sicherheitsvorkehrungen und Sorgen der Bürger
Die Kölner Polizei hat nach den jüngsten Anschlägen in Deutschland, insbesondere dem erschütternden Vorfall in München, ihr Sicherheitskonzept für die Karnevalstage verschärft. Der verantwortliche Einsatzleiter Martin Lotz erklärte, dass die Polizei aktiv Anpassungen vornehmen und die Einsatzkräfte sensibilisieren wird. „Wir sind auf die angespannte Sicherheitslage vorbereitet“, so Lotz.
Rund 1.500 zusätzliche Beamte werden im Vergleich zu normalen Tagen eingesetzt, um die Sicherheit während der Feierlichkeiten zu gewährleisten. Trotz dieser Maßnahmen berichten Mitglieder einer Busreisegruppe aus Frankfurt von Absagen aus Angst vor Anschlägen. „Wenn wir jetzt kneifen, können wir nirgendwo mehr hingehen“, sagt Petra. Ihre Mitreisende Jutta ergänzt: „Wenn man sich davon die Lebenslust nehmen lässt, dann ist man in so einem Gefängnis.“
Karneval als Ausdruck von Freiheit
Trotz der aktuellen Bedrohungslage sind viele Kölner entschlossen, den Karneval als Teil ihrer Freiheit und Demokratie zu feiern. Das Fest steht symbolisch für Lebensfreude und Gemeinschaftsgefühl, selbst in Zeiten, in denen die Planungen durch Terrorangst erschwert werden. „Wir lassen uns das Feiern nicht verbieten“, bekräftigt Prinz René I. und gibt damit den vielen Närrinnen und Narren in Köln Rückenwind.
Die Erwartung ist hoch, dass bis Aschermittwoch, den 5. März, mehr als 3.500 Karnevalsumzüge in ganz Deutschland stattfinden werden. Der Bund Deutscher Karneval, der 5300 Vereine mit 2,6 Millionen Mitgliedern vertritt, ist sich der Verantwortung bewusst. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul appelliert an die Bürger, sich nicht einschüchtern zu lassen und den Karneval unbeschwert zu feiern.
Die Kölner Polizei plant, alle verfügbaren Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit aller Feiernden zu garantieren. Angesichts der Erfahrungen in großen Städten wie Köln, Düsseldorf und Mainz wird auf bewährte Sicherheitskonzepte zurückgegriffen, um auf mögliche Risiken angemessen zu reagieren. Während die Vorfreude auf den Kölner Karneval weiter steigt, bleibt eine gewisse Unsicherheit bestehen, die das Feiern jedoch nicht verhindern kann.