
Der sächsische Weinbau hat im Jahr 2024 massive Ertragsverluste erlitten, die durch späte Frostnächte Ende April verursacht wurden. Laut Sächsische.de schätzt Felix Hößelbarth, der Vorsitzende des Weinbauverbandes Sachsen, die Ernteausfälle auf zwanzig bis dreißig Prozent. In extremen Fällen rechnet er sogar mit Verlusten von bis zu 100 Prozent. Durch die milden Wintermonate kam es zu einem frühen Austrieb der Reben, der jedoch durch die frostigen Nächte gravierend gefährdet wurde. Die Frostschäden variieren je nach Lage und Rebsorte zwischen 70 und 80 Prozent.
Hößelbarth und seine Kollegen stehen jedoch nicht ganz ohne Hoffnung da. Aktuell berichten sie von einer entspannten Lage. Es wird kein sofortiger Handlungsbedarf gesehen, da die Eisheiligen in der ersten Maihälfte erwartet werden, die traditionell über die Frostsituation entscheiden.
Frostschutzmaßnahmen und deren Wirksamkeit
Der Frost sorgte nicht nur für Schäden an den Reben, sondern auch für Unsicherheiten über die Erntemengen im kommenden Jahr. Martin Jung, Sprecher des Staatsweinguts Schloss Wackerbarth, äußert, dass die Wirksamkeit der in der Frostperiode durchgeführten Schutzmaßnahmen, wie etwa das Entzünden von Feuer zur Wärmehaltung, in den kommenden Tagen bewertet wird. Einige Winzer, wie Karl Friedrich Aust aus Radebeul, machten positive Erfahrungen mit Frostkerzen, die ihre Ernteverluste in Grenzen hielten.
Hößelbarth berichtete zudem, dass die geringere Holzmasse der Reben aus dem Vorjahr zu weniger Reservestoffen in den Wurzeln führte, was die Situation komplizierter machte. Um künftige Frostschäden zu minimieren, empfehlen Winzer wie Aust, späte Bodenbearbeitung und spezielle Schnitttechniken anzuwenden.
Wasserdefizit gefährdet zukünftige Ernten
Zusätzlich zu den Frostschäden äußert der Betriebsleiter Björn Probst vom Weingut Schloss Proschwitz Prinz zur Lippe Bedenken über ein Wasserdefizit im Boden, das sich aus den trockenen Monaten der vergangenen Zeit ergeben hat. Auch der April könnte für die benötigte Wasserversorgung entscheidend sein.
Während die sächsische Regierung Finanzhilfen in Höhe von fast 22 Millionen Euro für von Frostschäden betroffene Winzer bereitstellt, sind die Ertragseinbußen erheblich. Der sächsische Weinbauverband schätzt diese auf bis zu 34 Millionen Euro, was die inspirierende Aussicht auf eine erfolgreiche Ernte im Jahr 2025 gefährdet. Die finanziellen Hilfen, die sowohl Obst- als auch Weinbauern zuteilwerden, stehen aktuell in der Diskussion und sind Teil eines größeren Konflikts innerhalb der Landesregierung um die Bereitstellung nötiger Mittel, wie lvz.de berichtet.
Ministerpräsident Michael Kretschmer bekräftigte die Dringlichkeit der Unterstützung und kündigte an, dass zeitnah Hilfe bereitgestellt werden soll, insbesondere dort, wo Existenzen bedroht sind. Während sich die Lage für viele Winzer in Sachsen in diesem Jahr etwas stabilisiert hat, bleibt die Unsicherheit über die kommenden Ernten und deren Qualität bestehen.