
Seit dem 18. März 2025 wird in Gaza ein besorgniserregender Trend beobachtet: Täglich werden mindestens 100 Kinder getötet oder verletzt. Diese erschreckende Bilanz habe die Vereinten Nationen alarmiert, wie Al Jazeera berichtet. Philippe Lazzarini, der Leiter der UN-Agentur für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA), bezeichnete die gegenwärtige Situation als eine „Krieg gegen Kinder“ und forderte einen sofortigen Waffenstillstand.
Im Zusammenhang mit den andauernden Kämpfen seit der Wiederaufnahme der israelischen Offensive wird berichtet, dass seit dem 7. Oktober 2023 etwa 1.100 palästinensische Kinder von der israelischen Armee inhaftiert wurden. Darüber hinaus hat die palästinensische Organisation Hamas die systematische Tötung, Inhaftierung und Folter von Kindern verurteilt. Laut deren Aussagen haben rund 39.000 Kinder in der Region ein oder beide Elternteile verloren.
Unzählige Opfer unter Kindern
UNICEF meldete zudem, dass bis zum 5. April insgesamt 322 Kinder getötet wurden, während seit dem 7. Oktober 2023 mehr als 17.000 Kinder in Gaza insgesamt ihr Leben verloren. Diese Zahl übersteigt sogar die global registrierte Anzahl von 12.193 Kindertoten zwischen 2019 und 2022, was die Dringlichkeit der Situation verdeutlicht. Laut Lazzarini sind unter den insgesamt 31.184 toten Palästinensern seit Beginn des Konflikts auch Frauen und Kinder. Die jüngsten Statistiken belegen, dass am Internationalen Strafgerichtshof Haftbefehle gegen israelische Spitzenpolitiker wegen angeblicher Kriegsverbrechen erlassen wurden.
Am Palästinensischen Kindertag am 5. April äußerte das palästinensische Bildungsministerium, dass in den letzten Monaten unzählige Kinder als unschuldige Opfer in die Geschichte dieser andauernden Gewalt eingegangen sind. Das Ende eines Waffenstillstands, der am 19. Januar 2025 in Kraft trat, hat die Lage erneut dramatisch verschärft.
Humanitäre Krise und Ernährungssituation
Die humanitäre Lage ist verheerend. UNREWA berichtet von mehr als 142.000 vertriebenen Palästinensern zwischen dem 18. und 23. März. Israel hat laut Berichten über 50.600 Palästinenser getötet, darunter viele Kinder. Die begrenzte Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln hat zu einem Anstieg des Hungers geführt; nach Angaben der UN ist ein Viertel der Bevölkerung in Gaza an einem Rand der Hungersnot. Die Bedingungen für medizinische Versorgung und sauberes Wasser sind katastrophal, wie UNICEF aufzeigt.
In Rafah, wo über 600.000 Kinder leben, sind die Straßen überfüllt und die hygienischen Bedingungen katastrophal. Ein Bericht legt offen, dass auf eine Toilette etwa 850 Menschen kommen und der Zugang zu sauberem Wasser auf weniger als einen Liter pro Person und Tag gesenkt wurde. Diese Verhältnisse sind unhaltbar, und die humanitäre Hilfe wird weiter behindert.
Die dramatische Eskalation der humanitären Notlage in den letzten drei Monaten hat alle Menschen in Gaza in Verzweiflung gestürzt. UNICEF und andere Organisationen setzen sich dafür ein, die humanitäre Hilfsmission nach Gaza zu intensivieren. Sie fordern dringend einen umfassenden Waffenstillstand sowie die Rückkehr aller Geiseln.