Lage

M23 in Goma: Putzaktion statt Gewalt – Ein neues Gesicht der Miliz?

In Goma, im Osten der Demokratischen Republik Kongo, versuchen die Milizen der M23 (Bewegung des 23. März), ein zivileres Image zu vermitteln. Willy Manzi, der Vizegouverneur der Provinz Nord-Kivu, betont, dass die M23 für die Bevölkerung arbeitet und ein besseres Leben bieten will. Er gab beschlagnahmte Fahrzeuge an die Universität Goma zurück, um das Vertrauen in die Gruppierung zu stärken. Dieser Versuch fällt jedoch in einen Kontext, in dem die M23 Anfang des Jahres die Stadt gewaltsam eroberte und dabei schwere Vergehen wie Massenexekutionen und Vergewaltigungen beging, was die humanitäre Lage der Zivilbevölkerung weiter verschärfte.

In der vergangenen Zeit gab es Berichte über die Rückkehr von Flüchtlingen, die in den Stadtrandgebieten von Goma untergebracht waren. Massen ins Flüchtlingslager wurden aufgelöst, was zur Rückkehr vieler Vertrieben führte. Anna Safi, eine Rückkehrerin, berichtet jedoch von der Zerstörung ihres Hauses und der Notlage ihrer Familie. Manzi, der selbst als Flüchtling in der Vergangenheit nach Goma zurückgekehrt ist, verkündet die Absicht der M23, Frieden in der Region wiederherzustellen und weitere Rückkehrer zu unterstützen. Gleichzeitig berichtet die Bevölkerung von Zwangsrückführungen in ihre Dörfer.

Die Situation vor Ort

Die Kämpfe um Goma gehen weiter, während die M23 offensiv gegen die kongolesische Armee vorgeht. Adèle Shimiya, eine Flüchtling, schildert Bombenangriffe und die verzweifelte Flucht aus einem nahegelegenen Flüchtlingslager. Die M23 hat den Luftraum über Goma gesperrt und es gibt wiederholt Berichte über Plünderungen. Diese gewaltsamen Übergriffe haben zu einem Anstieg der Anzahl der Vertriebenen geführt; seit Januar 2025 sind etwa 400.000 Menschen aus ihren Dörfern geflohen.

Die Rolle Ruandas in diesem Konflikt wird zunehmend kritisch betrachtet. Ruanda wird beschuldigt, die M23 mit Waffen und Truppen zu unterstützen. Bintou Keita, die Chefin der UN-Blauhelm-Mission, hat die militärische Präsenz Ruandas im Ostkongo bestätigt. Das Land steht international unter Druck; die EU fordert die M23 auf, ihren Vormarsch zu stoppen und verurteilt die militärische Unterstützung Ruandas als Verletzung des Völkerrechts. Auch die kongolesische Außenministerin fordert Sanktionen gegen Ruanda, einschließlich eines Embargos auf Mineralienexporte.

Wirtschaftliche Dimensionen des Konflikts

Einer der zentralen Streitpunkte im Konflikt sind die reichen Rohstoffvorkommen der Region. Die M23 kontrolliert die größte Coltan-Mine im Ostkongo, die etwa 15 % des weltweiten Bedarfs deckt. Vor dem Hintergrund des globalen Bedarfs an Rohstoffen, die in Verbrauchernutzung wie Handys und Computern wichtig sind, geraten die Bodenschätze noch stärker ins Visier. Beobachter vermuten, dass die M23 und Ruanda strategisch die Kontrolle über diese wertvollen Ressourcen anstreben.

Die Angehörigen der M23, die größtenteils Tutsi-Kämpfer sind, behaupten, sie müssten die Tutsi beschützen, während die Hutu-Miliz FDLR die Bevölkerung drangsaliert. Der ethnische Konflikt hat historische Wurzeln, die bis in die Kolonialzeit zurückreichen. Der derzeitige Konflikt ist häufig von Gewalt geprägt und wird teils von politischen und militärischen Akteuren instrumentalisiert, was die humanitäre Lage in der Region weiter verschärft. Immer mehr Menschen sind gezwungen, in die Nachbarländer zu fliehen, während die internationale Gemeinschaft auf diplomatische Lösungen drängt.

Statistische Auswertung

Genauer Ort bekannt?
Goma, Ost-Kongo
Beste Referenz
tagesschau.de
Weitere Infos
zdf.de

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