
Ein sudanesisches Militärflugzeug ist am 26. Februar 2025 kurz nach dem Start in Omdurman, nahe Khartum, über einem Wohngebiet abgestürzt. Der Vorfall hat schwerwiegende Folgen, da mindestens 22 Menschen, darunter sieben teils hochrangige Offiziere und 15 Zivilisten, ihr Leben verloren haben. Diese Informationen stammen von bnn.de. Die genauen Umstände des Absturzes sind noch unklar; es wird spekuliert, dass das Flugzeug entweder technische Probleme hatte oder möglicherweise von der paramilitärischen Gruppe Rapid Support Forces (RSF) beschossen wurde.
Das Krankenhaus, in das die Opfer gebracht wurden, machte keine Angaben zu den Verletzten. Ein Sprecher der sudanesischen Streitkräfte bestätigte die Zahl der Toten und Verletzten, gab jedoch keine weiteren Einzelheiten bekannt. Der Absturz ereignete sich inmitten eines blutigen Machtkampfes im Sudan, der seit fast zwei Jahren zwischen dem Armeechef Abdel Fattah al-Burhan und seinem ehemaligen Stellvertreter Mohamed Hamdan Daglo, dem Befehlshaber der RSF, tobt.
Konflikt und humanitäre Krise
Der Konflikt im Sudan hat katastrophale humanitäre Auswirkungen. Nach Angaben der Vereinten Nationen mussten über 12,5 Millionen Menschen aufgrund von Gewalt und Unruhen im Sudan und in den Nachbarländern fliehen. Seit April 2023 sind mehr als 18.800 Menschen im Zuge des Konflikts gestorben. Internationale Vermittlungsversuche waren bisher erfolglos geblieben, während die humanitäre Lage sich weiter verschlechtert. In Teile des Landes droht eine Hungersnot.
In den vergangenen Wochen haben die Regierungstruppen zwar Gebietsgewinne im Großraum Khartum und im Bundesstaat Dschasira erzielt, dennoch kontrolliert die RSF weiterhin große Teile der westlichen Region Darfur. Beide Konfliktparteien werden schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen vorgeworfen. Ein Bericht der UN-Untersuchungskommission dokumentierte, dass Zivilisten und humanitäre Helfer gezielt angegriffen wurden und dass es zu schweren Übergriffen, einschließlich sexualisierter Gewalt und Folter, gekommen ist.
Gespräche über Parallelregierung
Die RSF und andere Gruppen haben sich in Nairobi getroffen, um eine „Parallelregierung“ in den von der RSF kontrollierten Gebieten zu planen. Dies zeigt, wie tiefgreifend der Machtkampf bereits in die politische Struktur des Landes eingreift. Der RSF wird unter anderem vorgeworfen, ethnische Gewalt gegen bestimmte Gruppen, wie die Masalit-Bevölkerung in Westdarfur, ausgeübt zu haben. Zudem zwingt die RSF Kinder unter 15 Jahren zum Waffendienst und ist verantwortlich für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen.
Der Vorsitzende der UN-Kommission, Mohamed Chande Othman, fordert die internationale Gemeinschaft auf, unabhängige Truppen zum Schutz von Zivilisten zu entsenden und ein Tribunal zur Aufklärung dieser Verbrechen einzurichten. Der Sudan steht am Rande einer humanitären Katastrophe, während die Kämpfe unvermindert weitergehen und das Leiden der Zivilbevölkerung täglich zunimmt.