
Indiens Premierminister Narendra Modi besuchte heute Sri Lanka, was ihn zum ersten ausländischen Würdenträger seit der Wahl von Präsident Anura Kumara Dissanayake macht. Dissanayake empfing Modi mit einem 19-Schuss Salut auf dem Unabhängigkeitsplatz in Colombo. Im Rahmen des Besuches erhielt Modi den Mithra Vibhushan, die höchste zivile Auszeichnung Sri Lankas. Dies ist ein bedeutender Schritt, um die interdependente Sicherheit beider Länder zu betonen, denn sowohl Indien als auch Sri Lanka sehen sich zahlreichen regionalen Herausforderungen gegenüber.
Im Verlauf des Treffens unterzeichneten die beiden Länder ein fünfjähriges Verteidigungskooperationsabkommen. Dieses Abkommen sieht die Ausbildung von sri-lankischen Militärangehörigen in Indien sowie den Austausch von Informationen und Technologien vor. Präsident Dissanayake bekräftigte, dass sri-lankisches Territorium nicht zur Gefährdung der indischen Sicherheit genutzt werden darf, in einem Kontext, der durch indische Bedenken bezüglich chinesischer U-Boote und Forschungsschiffe, die im Hauptseehafen Colombo anlegen, geprägt ist. Laut Al Jazeera verweigerte Sri Lanka seit 2014 chinesischen U-Booten das Anlegen, was den Diplomatieprozess in der Region verkompliziert.
Erneuerbare Energien und bilaterale Beziehungen
Darüber hinaus markiert der Besuch von Modi die Einweihung eines 120-Megawatt-Solarkraftwerks in Sampur, welches ein gemeinsames Projekt zwischen beiden Ländern ist. Dieser Schritt steht im Einklang mit den laufenden Bemühungen Indiens, seine Energiekooperation mit Sri Lanka auszubauen. Modi hat auch Gespräche über die Herausforderungen in Bezug auf indische Fischer, die in sri-lankische Gewässer eindringen, angedeutet. Sri Lankas Lage zwischen den wachsenden Interessen Indiens und Chinas wird increasingly complex, insbesondere da China der größte bilaterale Gläubiger Sri Lankas ist, mit einem Schuldenanteil von über 50% an Sri Lankas 14 Milliarden Dollar Schulden, wie The Diplomat berichtet.
Die Verteidigungskooperation zwischen Sri Lanka und Indien erlebt ein Wachstum. Die militärische Hilfe Indiens, die sich in spezialisierten Ausbildungsprogrammen für sri-lankische Offiziere äußert, soll auch den Einfluss Indiens im Indischen Ozean stärken. Indien bietet bereits Programme an, die sich auf Kriminaltechnik, den Einsatz von KI zur Bekämpfung von Cyberkriminalität und VIP-Sicherheit konzentrieren. Darüber hinaus profitieren über 130 sri-lankische Polizeibeamte von diesen Initiativen, die unter dem Indian Technical and Economic Cooperation (ITEC) organisiert werden.
Herausforderungen und geopolitische Dynamiken
Die wachsende Abhängigkeit Sri Lankas von indischer Militärhilfe könnte die interne Dynamik sowie die Außenpolitik des Landes beeinflussen. Indiens Unterstützung könnte jedoch auch als notwendige Maßnahme angesehen werden, um den Einfluss Chinas in der Region auszugleichen und eine transparente Verteidigungspolitik zu fördern. In der Vergangenheit zeigte sich ein starkes Engagement Indiens, insbesondere während der wirtschaftlichen Krisen in Sri Lanka, wo insgesamt 3,8 Milliarden USD an Unterstützung geleistet wurden, einschließlich 700 Millionen USD in Form von Petroleum und Krediten für essentielle Güter, so Wikipedia.
Die Beziehungen zwischen Indien und Sri Lanka sind durch ihre historischen und kulturellen Verbindungen geprägt. Die Zusammenarbeit geht jedoch über wirtschaftliche Belange hinaus. Indiens Rolle als erster Unterstützer Sri Lankas beim Finanzierungs- und Schuldenumstrukturierungsantrag beim Internationalen Währungsfonds (IWF) ist ein Zeichen für die enge Vernetzung beider Länder. Mit einem großen Interesse an den Entwicklungen könnte die bilaterale Beziehung weiter wachsen, besonders wenn in Sri Lanka die Wahlen im Oktober 2024 anstehen, wo die politische Landschaft gegenwärtig von pro-indischen Ansichten dominiert wird.