
Österreich hat als Reaktion auf die besorgniserregende Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Ungarn und der Slowakei am 4. April 2025 drastische Maßnahmen ergriffen. Das Bundesheer wurde mobilisiert, um an den Grenzübergängen zu patrolieren und die Seucheneindämmung zu unterstützen. Wie t-online.de berichtet, wurden insgesamt 21 Grenzübergänge zu Ungarn und der Slowakei geschlossen, um eine Einschleppung der Viruserkrankung nach Österreich zu verhindern. Diese Schließungen sind vorerst bis zum 20. Mai 2025 gültig.
Die Maßnahme folgt auf eine Anfrage der burgenländischen Landesregierung, die dringend Unterstützung bei den Desinfektionsmaßnahmen benötigte. Erste Erkundungstrupps des Bundesheeres sind bereits im Einsatz, um Seuchenteppiche an offenen Grenzübergängen zu verlegen. Diese Seuchenteppiche bestehen aus mit Desinfektionsmittel getränkten Wannen, die zur Desinfektion von Fahrzeugen und Personen dienen sollen. Unter anderem werden die Autobahn-Grenzübergänge in Kittsee (A6) und Nickelsdorf (A4) hierbei besonders berücksichtigt. Die Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner betont die Bedeutung dieser Kontrollen zur Verhinderung einer Verbreitung der Tierseuche.
Tierseuchenbekämpfung in der Schweiz
Parallel zu den österreichischen Maßnahmen beobachtet die Schweiz die Entwicklung der Situation genau. Eine Tierseuchengruppe der Kantone St. Gallen, Ausserrhoden, Innerrhoden und dem Fürstentum Liechtenstein ist aktiv in den Kampf gegen hochansteckende Tierseuchen eingebunden. Laut appenzell24.ch ist die Gruppe gut ausgebildet und soll im Ernstfall den zuständigen Veterinärdienst unterstützen. Aktuell ist die Schweiz frei von MKS, es besteht jedoch die Möglichkeit einer Kontamination durch grenzüberschreitenden Verkehr.
Bei einem Verdacht auf eine Seuche reagieren die amtlichen Tierärzte vor Ort, und im Falle einer Bestätigung müssen sofortige Maßnahmen wie die Keulung des betroffenen Tierbestandes angeordnet werden.
Der Ernst der Lage wird durch die Tatsache unterstrichen, dass kürzlich, am 10. Januar 2025, ein Fall von Maul- und Klauenseuche bei Wasserbüffeln in Brandenburg festgestellt wurde, wie bmel.de berichtet. Trotz umfangreicher Beprobungen sind bisher keine weiteren Fälle bekannt geworden, jedoch wurden Sperrzonen eingerichtet, um eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern.
Risikomanagement und präventive Maßnahmen
Zusätzlich zu den Maßnahmen in Österreich und der Schweiz hat auch Deutschland entsprechende Schritte unternommen. So wurde im zeitlichen Rahmen nach dem Nachweis der Seuche in Brandenburg ein „Stand Still“ für Klauentiere angeordnet, um eine Verbreitung zu verhindern. Diese Maßnahmen beinhalten unter anderem die Untersuchung von Tierhaltungen innerhalb der Sperrzonen und die Abriegelung betroffener Betriebe.
Die kürzlich in Ungarn gemeldeten Ausbrüche von MKS – dem ersten seit 1973 im Land – zeigen, dass die Region unter einem erhöhten Risiko steht, was internationale Handelsbeschränkungen und wirtschaftliche Schäden zur Folge haben könnte. Die Koordinierung zwischen den Ländern bleibt deshalb von höchster Priorität, um die Tiergesundheit in Mitteleuropa zu gewährleisten.