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Polnischunterricht in Brandenburg: Schülerzahlen im Sinkflug!

Die Nachfrage nach Polnisch als Fremdsprache in den Schulen Brandenburgs ist im Schuljahr 2023/2024 zum ersten Mal seit über einem Jahrzehnt gesunken. Berichten zufolge meldeten sich für den Polski-Unterricht 2.884 Schüler, was einem Rückgang von 110 Schülern im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Entwicklung wirft Fragen auf, da gleichzeitig die Zahl der polnischen Staatsbürger in Brandenburg weiterhin wächst.

Insbesondere ist Polen die größte ausländische Gruppe in Brandenburg. Zum Jahresende 2023 waren in der Region 25.853 Menschen mit polnischer Staatsangehörigkeit gemeldet, was einen Anstieg um 1.400 Personen im Jahresvergleich darstellt. Unter diesen leben 3.279 polnische Kinder unter 15 Jahren in Brandenburg, was einen Anstieg von über 100 zu verzeichnen hat. Dennoch sinkt die Anzahl der Schüler, die sich für Polnisch entscheiden, und die Zahl der Schulen, die diesen Unterricht anbieten, hat sich von 39 auf 34 verringert.

Schulangebot und Unterrichtsformate

Die aktuelle Situation zeigt, dass Polnisch an 12 Oberschulen, 9 Gymnasien, 6 Gesamtschulen, 5 Grundschulen und 2 beruflichen Schulen in Brandenburg angeboten wird. Die Gründe für den Rückgang der Schülerzahlen sind laut dem Bildungsministerium jedoch nicht eindeutig. Eine mögliche Erklärung könnte der Mangel an Honorarkräften sein. Dies wird zusätzlich von einem Direktor des Kompetenz- und Koordinationszentrums Polnisch (KoKoPol) unterstützt, der anmerkt, dass polnischstämmige Kinder im Unterricht oftmals gelangweilt sind.

Im Gegensatz zu den rückläufigen Schülerzahlen im Schulunterricht zeigt sich jedoch ein Anstieg der Teilnehmerzahlen in außerschulischen Polnischkursen, die von Organisationen wie Polonika und Volkshochschulen angeboten werden. Diese Nachfrage nach polnischsprachigen Kursen ist ein positives Zeichen für die Sprachpflege außerhalb des Schulbetriebs.

Verhältnis von Pflicht- und Wahlunterricht

Im Schuljahr 2023/2024 wurde Polnisch an 39 Schulen etabliert, wobei es in 25 Schulen als Pflichtunterricht, in 18 Schulen als Wahlunterricht und in 5 Schulen als Begegnungssprache angeboten wird, wie aus weiteren Berichten über die Situation in Brandenburg hervorgeht RBB24 berichtet. Trotz dieses Angebots ist der generelle Trend besorgniserregend, da Schulen nach wie vor Schwierigkeiten haben, genügend Lehrkräfte bereitzustellen. Laut dem Bildungsministerium unterrichteten 42 Lehrkräfte an staatlichen Schulen und 13 an Schulen in freier Trägerschaft Polnisch.

Außerdem ist am Unterricht nicht nur der klassische Sprachunterricht vorhanden. Es wird auch bilingual unterrichtet, ein weiteres Zeichen für die Bemühungen, die polnische Sprache in unterschiedlichen Kontexten zu verankern.

Perspektiven und Fördermöglichkeiten

Um die Sprachkenntnisse von Schülerinnen und Schülern weiter zu fördern, können diese internationale Fremdsprachenzertifikate erwerben. Solche Zertifikate, die auf den Kompetenzstufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) beruhen, gelten als wertvoll für nationale und internationale Arbeitgeber und steigern das Selbstbewusstsein der Schüler wie auf der Webseite des Bildungsministeriums dargelegt wird. Diese Programme könnten dazu beitragen, die Attraktivität des Polnischunterrichts zu steigern und den Schülern einen greifbaren Anreiz zu bieten, ihre Sprachkenntnisse zu vertiefen.

Zusammengefasst bleibt abzuwarten, wie sich die Lage für den Polnischunterricht in Brandenburg entwickeln wird, insbesondere in Anbetracht des attraktiven mehrsprachigen Konzepts und der herausfordernden Rahmenbedingungen, unter denen die Schulen arbeiten müssen.

Statistische Auswertung

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Brandenburg, Deutschland
Beste Referenz
faz.net
Weitere Infos
rbb24.de

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