
Die geopolitischen Spannungen zwischen Russland und der Ukraine sowie das Verhältnis zwischen den USA und beiden Ländern stehen heute im Mittelpunkt. Ein umstrittener Rohstoffdeal zwischen der Ukraine und den USA ist kurz vor der Unterzeichnung. Wladimir Putin und Donald Trump scheinen enge Beziehungen zu pflegen, was die Ukraine mit Besorgnis beobachtet. Medienberichten zufolge haben sich beide Seiten auf die Details des Vertrags geeinigt, eine offizielle Bestätigung steht jedoch noch aus. Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj könnte am Freitag, den 28. Februar, nach Washington reisen, um diesen Vertrag zu unterzeichnen. Trump hat Selenskyjs mögliche Reise nach Washington bereits bestätigt.
Ein zentraler Aspekt des Deals betrifft den Zugang der USA zu den reichen Vorkommen an Seltenen Erden in der Ukraine. Putin schlug den USA vor, diese gemeinsam zu erschließen, auch in von Russland besetzten Gebieten. Er betont, dass Russland über einige der größten Vorkommen Seltener Erden weltweit verfügt. Trump zeigt Interesse an wirtschaftlichen Abkommen, die die Ressourcen, die Russland anbietet, einbeziehen. Zudem wollen die USA der Ukraine ein bilaterales Abkommen anbieten, das finanzielle Hilfe für den Wiederaufbau im Austausch für den Zugang zu den ukrainischen Ressourcen vorsieht. Die Ukraine hat bedeutende Vorkommen an Seltenen Erden, die etwa 5% der weltweiten Reserven ausmachen.
Rohstoffe und Wiederaufbau
Zu den besonders wertvollen Seltenen Erden, die in der Ukraine vorkommen, zählen Lanthan, Cer, Neodym, Erbium und Yttrium. Weitere strategisch bedeutende Mineralien sind Titan, Lithium, Gallium, Graphit, Beryllium, Uran, Zirkonium und Mangan. Es wird geschätzt, dass die Ukraine über etwa 20.000 Mineralvorkommen mit 116 verschiedenen Mineralarten verfügt. Vor der Invasion waren jedoch nur 15% dieser Vorkommen aktiv.
Um den Wiederaufbau der Ukraine zu fördern, wird ein „Investitionsfonds für den Wiederaufbau“ vorgeschlagen, der zu 100% von den USA finanziert und gemeinsam mit der Ukraine verwaltet werden soll. Der Fonds zielt darauf ab, den Wert der ukrainischen Ressourcen zu steigern und bleibt aktiv, solange die Ukraine sich verteidigt. Die Ukraine müsste 50% ihrer Einnahmen in den Fonds einzahlen, bei von Russland besetzten Gebieten sogar 66%, bis insgesamt 500 Milliarden US-Dollar erreicht sind.
Politische Dimensionen
Im September 2024 gab es ein Treffen zwischen Trump und Selenskyj, bei dem der Zugang zu ukrainischen Ressourcen, insbesondere Öl, Gas und Seltener Erden, im Mittelpunkt stand. Trump drängt auf ein Abkommen als Gegenleistung für US-Militärhilfen an die Ukraine im Kampf gegen Russland. Sicherheitsgarantien für die Ukraine sind jedoch nicht Teil des geplanten Abkommens. Laut US-Politikwissenschaftler Andrew Denison sei das Abkommen ein positives Zeichen für die Zukunft der Ukraine und könne als Art Garantie für Investoren fungieren.
Während sich die politische Lage zuspitzt, nehmen auch die russischen Angriffe in der Ostukraine wieder zu. Laut dem ukrainischen Militär wurden am Samstag 125 russische Sturmangriffe registriert, vorangegangen waren etwa 80 in den vorangegangenen Tagen. Der Schwerpunkt der Angriffe liegt auf der Stadt Pokrowsk im Gebiet Donezk und den umliegenden Ortschaften, und der Generalstab in Kiew berichtet von hohen Verlusten auf russischer Seite. Dennoch bleibt die tatsächliche Zahl der Verluste schwer nachprüfbar.