
Russland plant eine drastische Aufstockung seiner Truppen im Ukraine-Konflikt. Laut Berichten von t-online soll die Armee um 150.000 Soldaten verstärkt werden. Dies entspricht einem Zuwachs von etwa 15 mechanisierten Infanterie-Divisionen. Der Druck an der Front wird voraussichtlich zunehmen, obwohl nicht alle neuen Rekruten sofort einsatzbereit sein werden. Pawlo Palissa, der Vizechef der Kanzlei von Präsident Wolodymyr Selenskyj, äußerte sich besorgt über diese Entwicklungen und die damit verbundenen Auswirkungen.
Bereits im Februar hatte Präsident Selenskyj auf die russischen Rekrutierungen hingewiesen. Die US-Geheimdienste berichten zudem von signifikanten Verlusten der russischen Streitkräfte in der Ukraine und dem Kampf mit schlecht ausgebildeten Rekruten. Laut der „Moskau Times“ hat Präsident Wladimir Putin ein Ziel von 160.000 neuen Soldaten ausgegeben, während der Kreml behauptet, dass Wehrpflichtige nicht in den Kampf geschickt werden und die Einberufungen nicht mit dem Ukraine-Krieg in Verbindung stehen.
Hohe Verluste und Rekrutierungsprobleme
Russland hat in den letzten Monaten offenbar hohe Verluste erlitten. Der ukrainische Generalstab meldete allein am 16. März 2023 über 1.000 gefallene russische Soldaten an einem Tag. Ein NATO-Beamter sprach gar von bis zu 1.500 täglichen Verlusten, insbesondere im Kampf um die umkämpfte Stadt Bachmut, wie 24hamburg berichtet. Diese erheblichen Zahlen verdeutlichen die aufreibenden Kämpfe und die Notwendigkeit, neue Truppen zu rekrutieren. In den russischen Streitkräften wird zudem gemeldet, dass bis zu 1.000 Rekruten in der Region Kursk eingesetzt wurden.
Laut einem Tagebuch eines russischen Offiziers kehrten am 1. März von 100 Soldaten nur 16 zurück, was die dramatische Situation an der Front verdeutlicht. Außerdem plant Russland offenbar die Mobilisierung von 500 zuvor als militäruntauglich erklärten Personen in Horlivka, um Verluste auszugleichen. Das russische Verteidigungsministerium hat seit September 2022 keine offiziellen Verlustzahlen mehr veröffentlicht, was die Intransparenz über die tatsächliche Lage weiter erhöht.
Die Situation in der Ukraine
Während Russland mit mobilisierten Rekruten kämpft, hat die Ukraine Schwierigkeiten, genügend Soldaten zu mobilisieren. Laut ZDF gibt es massive Probleme bei der Rekrutierung von Wehrpflichtigen, da das Mobilisierungssystem ineffizient ist und viele Männer im wehrfähigen Alter keine Motivation aufbringen, sich für die Verteidigung ihres Landes zu engagieren. Das aktuelle Mobilisierungssystem wurde erst zwei Jahre nach der russischen Invasion reformiert und hat sich als wenig effektiv erwiesen.
Die Reform führte anfänglich zu einem Anstieg der mobilisierten Soldaten, doch inzwischen liegt die monatliche Zahl weit unter dem notwendigen Niveau. Gut ausgebildete Männer werden von der Front abgezogen, was die Infanterie weiter schwächt. Um die militärischen Anstrengungen aufrechtzuerhalten, ist eine umfassende Reform des Mobilisierungssystems dringend erforderlich.
Insgesamt zeigt die aktuelle Situation, dass sowohl Russland als auch die Ukraine vor großen Herausforderungen stehen. Während der Druck am ukrainischen Frontabschnitt zunimmt, haben beide Seiten mit massiven Verlusten zu kämpfen und benötigen dringend neue Strategien, um die militärischen Anforderungen zu erfüllen.