Lage

Selenskyjs Umfragewerte steigen: Wer vertraut dem Präsidenten wirklich?

Inmitten der anhaltenden Konflikte und politischer Auseinandersetzungen in der Ukraine hat sich die öffentliche Meinung über Präsident Wolodymyr Selenskyj signifikant gewandelt. Während US-Präsident Donald Trump kürzlich Selenskyj als „Diktator ohne Wahlen“ bezeichnete und ihm lediglich 4 Prozent Zustimmung zuschrieb, unterstreicht Selenskyj, dass seine Unterstützung in Realität bei 65 Prozent liegt. Diese Zahl basiert auf einer Umfrage des ukrainischen Meinungsforschungsinstituts „Rating“, die am 20. und 21. Februar durchgeführt wurde, und in der 1.200 Personen befragt wurden. Fast ein Drittel der Befragten vertrauen Selenskyj absolut, während rund 34 Prozent ihm gar nicht vertrauen, was die bestehenden Spannungen in der Wahrnehmung des Präsidenten widerspiegelt. Laut Focus hat sich das Vertrauen in den Präsidenten seit Beginn der russischen Invasion verbessert, was auf eine stabilisierte Unterstützung hinweist.

Selenskyj hat die Behauptung Trumps als „russische Desinformation“ zurückgewiesen. Er argumentiert, dass die niedrigen Zustimmungswerte, die Trump verbreite, orchestriert und zwischen Washington und Moskau abgesprochen wurden. In einem Interview betonte er, dass die Ukraine weiterhin substanzielle Unterstützung benötigt und sprach über die finanziellen Einbußen seines Landes durch den Krieg, der die Ukraine etwa 320 Milliarden US-Dollar gekostet hat. Davon stammen 120 Milliarden aus ukrainischen Mitteln, während 200 Milliarden aus Unterstützung der USA und der EU kommen. Trumps Angebot, im Gegenzug zur Unterstützung seltene Erden im Wert von 500 Milliarden Dollar von der Ukraine zu erhalten, bezeichnete Selenskyj als „unseriös“.

Meinungsumfragen in Kriegszeiten

Die Komplexität der Meinungsforschung in der Ukraine wird besonders in Kriegszeiten deutlich. Laut Stuttgarter Zeitung hat sich Selenskyj auch zur Notwendigkeit von Sicherheitsgarantien geäußert und schlägt vor, dass eine effektive Luftabwehr nur durch die USA gewährleistet werden kann. Diese Forderung unterstreicht, wie sehr der Krieg die geopolitische Lage und die öffentliche Wahrnehmung von Führungsfiguren beeinflusst.

Umfragen, wie sie von verschiedenen Instituten wie dem Kyjiwer Internationalen Institut für Soziologie (KIIS) durchgeführt werden, liefern nicht nur Einblicke in die öffentliche Meinung, sondern sind auch von Skepsis begleitet. Beispielsweise zeigte eine Umfrage Anfang Februar, dass 57 Prozent der Befragten Selenskyj vertrauen, doch diese Zahlen sollten mit einer Prise Vorsicht betrachtet werden. In den von Russland besetzten Gebieten sind Umfragen besonders schwierig durchzuführen, was die Erhebung von repräsentativen Daten einschränkt. Telefonische Befragungen sind in diesen Regionen die einzige praktikable Methode, doch die Unsicherheit ist hoch.

Politische Szenarien und zukünftige Wahlen

Selenskyjs Amtszeit endet im Mai 2024, allerdings sind aufgrund des aktuellen Kriegsrechts keine Wahlen möglich. Trotz dieser Situation führen Meinungsforscher bereits jetzt Umfragen zu möglichen Wahlergebnissen durch, publikisiert werden diese jedoch nicht, um die Lage nicht weiter zu destabilisieren. Eine Umfrage von SOCIS listete 13 potenzielle Kandidaten für zukünftige Präsidentschaftswahlen auf; unter ihnen führt der politische Rivalen Walerij Saluschnyj mit 27,2 Prozent, während Selenskyj 15,9 Prozent erzielt. Dabei zögerten 21,6 Prozent der Befragten, sich festzulegen.

Beobachter sind sich einig, dass die öffentlichen Meinungen in Kriegszeiten entscheidend sind, auch wenn die Repräsentativität mancher Erhebungen infrage gestellt werden kann. Der Krieg hat das politische Klima der Ukraine erheblich verkompliziert, und die Umfragen sind eine wertvolle, wenn auch fehlerhafte Resource. Wie bpb.de festgestellt hat, sind Trends in der Wehrbereitschaft und die patriotische Stimmung stark gestiegen, während gleichzeitige hohe Verluste und Unsicherheiten die allgemeine Stimmung trüben.

Statistische Auswertung

Genauer Ort bekannt?
Kiew, Ukraine
Beste Referenz
focus.de
Weitere Infos
stuttgarter-zeitung.de

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