
US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, dass zusätzliche Zölle auf chinesische Einfuhren erhoben werden, um Druck auf China auszuüben. Diese Maßnahmen sind Teil einer aggressiven Strategie zur Bekämpfung des Fentanyl-Handels, der in den USA als gravierendes Problem wahrgenommen wird. Die neuen Zölle werden ab dem 4. März 2025 um 10 Prozent erhöht, was die Gesamtrate auf 20 Prozent bringt. Bei einem Treffen mit dem britischen Premierminister Keir Starmer erklärte Trump: „Es ist zehn plus zehn“.
Das chinesische Handelsministerium hat bereits mit Gegenmaßnahmen gedroht. Es fordert einen Dialog auf Augenhöhe, um die Differenzen zwischen den beiden Ländern zu klären. Insbesondere deutlich wird die Kritik Chinas an den USA, die die Drogenproblematik als Vorwand für die Zollerhöhungen nutzen. Chinas Außenministerium wies dies zurück und betonte, dass die Vorwürfe hinsichtlich des Fentanyl-Schmuggels ohne Grundlage seien.
Fentanyl und die Opioid-Krise
Die US-amerikanische Drogenaufsehbehörde DEA klassifiziert China als die Hauptquelle für chemische Substanzen, die in Verbindung mit der Fentanyl-Krise stehen. Jährlich sterben in den USA zehntausende Menschen an Überdosierungen des synthetischen Opioids. Allein im Jahr 2023 starben etwa 70.000 Menschen, wobei Fentanyl die häufigste Todesursache in der Altersgruppe von 18 bis 45 Jahren darstellt. Das chemische Produkt ist 50-mal stärker als Heroin und einfacher sowie kostengünstiger herzustellen.
Der frühere Präsident Joe Biden stellte den Kampf gegen Fentanyl in den Mittelpunkt seiner Politik und verhängte im Oktober 2023 Sanktionen gegen chinesische Unternehmen und Einzelpersonen, die mit dem Drogenhandel in den USA in Verbindung stehen. Gespräche über die Drogenbekämpfung zwischen China und den USA waren in der Vergangenheit aufgrund diplomatischer Spannungen ins Stocken geraten, wurden jedoch bei einem Gipfeltreffen im November 2023 wieder aufgenommen. Chinas Regierung plante zudem, die Kontrollen über wichtige Ausgangsstoffe für Fentanyl zu verschärfen.
Die geopolitischen Spannungen
Trotz der Absicht, die Lieferketten zu überwachen, befürchten Experten, dass Drogenhändler sich schnell anpassen und neue chemische Verbindungen entwickeln könnten, bevor diese reguliert werden. Das chinesische Außenministerium äußerte Bedenken, dass die neuen Zollmaßnahmen die bilaterale Zusammenarbeit im Bereich der Drogenkontrolle beeinträchtigen könnten.
Trump hat auch darauf hingewiesen, dass im Wahlkampf Zölle von bis zu 60 Prozent auf chinesische Waren in Aussicht gestellt wurden, was eine drastische Erhöhung der bestehenden Handelsbeschränkungen darstellt. Die Verhandlungen über den Handel und die Drogenbekämpfung werden in der aktuellen geopolitischen Situation zunehmend komplexer. Beide Seiten scheinen in der Verhandlungsphase zu verharren, während die Zeit läuft und die Probleme weiter bestehen.
Chinas Handelsministerium hat in dieser angespannten Lage seine ablehnende Haltung bekräftigt und auf die Tatsache hingewiesen, dass es bereits 2019 die Kontrollen von Fentanyl verschärfte, was zu einem Rückgang des direkten Handels mit den USA führte. Dennoch verlagerte sich der illegale Handel zunehmend über Mexiko, was den Herausforderungen im Kampf gegen Fentanyl neue Dimensionen verleiht.
Die Entwicklungen rund um die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China bleiben angespannt und es ist ungewiss, wie sich die Situation in den kommenden Wochen entwickeln wird. Die angestrebten Zölle könnten potenziell weitreichende Auswirkungen auf den globalen Handel haben.