
US-Präsident Donald Trump hat einen neuen Zollkatalog ins Leben gerufen, der ab dem 9. April in Kraft treten soll und Zölle von 10% auf Importe aus nahezu allen Ländern vorsieht. Zusätzliche Zölle von bis zu 50% sind für als „schlimmste Übeltäter“ klassifizierte Staaten vorgesehen, einschließlich China, auf das ein Zoll von 34% fällt. Diese Maßnahmen sind Teil von Trumps Vorgehen, das er als Antwort auf jahrzehntelange wirtschaftliche Ausbeutung der USA bezeichnet. Der amerikanische Markt soll mit einem sogenannten „Liberation Day“ revitalisiert werden. Dieser Begriff steht für Trumps Ziel, die Industrie zurück ins Land zu holen [Welt] berichtet.
In der aktuellen Folge der Podcast-Serie „This is America“ diskutieren die Journalisten Antonia Beckermann und Wim Orth mit der US-Korrespondentin Stefanie Bolzen die Auswirkungen von Trumps Zollpolitik auf den Wahlkampf in Wisconsin und die schrumpfenden Mehrheiten der Republikaner in Florida. Der umfassende Zollkatalog betrifft nicht nur Produkte aus dem Trump-Gegnerland China, sondern auch viele andere Länder und sogar eine unbewohnte Insel im Pazifik. Berichten zufolge werden Stellantis-Werksschließungen in Kanada als unmittelbare Auswirkungen der neuen Zollregelungen erwartet. Kritiker der Politik, einschließlich des ehemaligen Vizepräsidenten Mike Pence, warnen vor zusätzlichen Kosten für US-Verbraucher, die auf durchschnittlich 3.500 Dollar pro Jahr geschätzt werden [Tagesschau] berichtet.
Wirtschaftliche Auswirkungen und internationale Reaktionen
Die Zölle gelten als versteckte Steuer und stoßen auf Widerstand selbst aus republikanischen Reihen. Abgeordnete des republikanisch dominierten US-Kongresses fürchten, dass eine offene Opposition gegen Trump politische Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Einige Bürger reduzieren bereits ihre Ausgaben und planen eventuell ihre Urlaube zurück, um sich auf mögliche Arbeitsplatzverluste vorzubereiten.
Die internationale Gemeinschaft reagiert ebenfalls besorgt auf die Zollankündigungen. Der EU-Exporte in die USA werden mit 20% Zöllen belegt, während die EU ihrerseits bereits Gegenmaßnahmen plant. Ursula von der Leyen, Präsidentin der EU-Kommission, kündigte ein Maßnahmenpaket an, das Gegenzölle und Abgaben auf digitale Dienstleistungen umfassen könnte. Bundeskanzler Olaf Scholz kritisierte die Zölle als „grundfalsch“ und als „Anschlag“ auf die globale Handelsordnung. Auch andere Länder, wie Kanada und China, kündigen Gegenmaßnahmen an [ZDF] berichtet.
Die wirtschaftliche Lage ist in den betroffenen Ländern bereits spürbar. Es wurde geschätzt, dass die deutschen Exporte in die USA um bis zu 20% einbrechen und damit das BIP der Bundesrepublik um bis zu 0,5% reduzieren könnte. Der Handelsausschuss-Vorsitzende Bernd Lange (SPD) äußerte Bedenken, dass es keine Grundlage für Verhandlungen mit den USA gebe [Tagesschau] berichtet.
Langfristig bleibt die Frage, welche Auswirkungen Trumps Zollpolitik auf die Weltwirtschaft, die US-Konsumenten und die globale Handelsordnung haben wird. Die Unsicherheiten, die diese politischen Entscheidungen mit sich bringen, könnten sich als weitreichend erweisen, während Trump und sein Einfluss ungebrochen erscheinen, trotz interner Herausforderungen in seiner Partei.