
US-Vizepräsident J.D. Vance plant für die kommenden Tage eine Reise nach Grönland, um seine Frau Usha zu begleiten. Vance kündigte diesen Besuch in einem Video auf der Plattform X an, was bereits auf ein gespanntes Augenmerk auf die politische Implikationen dieser Reise hinweist. Grönland hat sich jedoch negativ über den bevorstehenden Besuch geäußert und damit Bedenken über eine unangemessene Einflussnahme seitens der USA geäußert. Die Hintergründe der Reise stehen in engem Zusammenhang mit den wiederholten Interessen von Donald Trump, Grönland unter die Kontrolle der USA zu bringen, was die grönländische Bevölkerung vehement zurückgewiesen hat, nachdem Trump während seiner ersten Amtszeit einen Kaufvorschlag gemacht hatte.
Grönland gehört zu Dänemark und hat nicht nur strategische militärische Bedeutung für die Kontrolle der Arktis, sondern ist auch reich an bodenschätzlichen Rohstoffen. Diese Rohstoffe umfassen unter anderem seltene Erden, Öl, Gas und Metalle wie Gold und Uran. Insbesondere während des Kalten Krieges war die Insel ein zentraler strategischer Punkt im Machtkampf zwischen den USA und der Sowjetunion, da sie wichtige militärische Stützpunkte bereitstellt, darunter die Thule Air Base, die auch heute noch eine Schlüsselrolle für die US-Verteidigungsstrategie spielt.
Politische Spannungen und grönländische Reaktionen
Der geplante Besuch von Vance hat bereits Kritik auf sich gezogen. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bezeichnete den Besuch als unakzeptablen Druck auf beide, Grönland und Dänemark. Sie stellte klar, dass die grönländische Regierung niemanden zu einem Besuch eingeladen hat. Dies geschieht in einem sensiblen politischen Kontext, da Grönland derzeit in einer Regierungsbildungsphase nach der Parlamentswahl am 11. März ist. Zudem stehen am 1. April Kommunalwahlen an, was die politische Lage zusätzlich komplex macht.
Usha Vance hatte ursprünglich Ziele wie den Besuch historischer Stätten und die Teilnahme an einem Hundeschlittenrennen. Aufgrund der aktuellen Lage werden diese Pläne jedoch nun nicht weiterverfolgt. Stattdessen ist nun ein Treffen mit den US-Streitkräften und besonderen Vertretern des US-Weltraumkommandos Space Force vorgesehen, um die Sicherheitslage in der Region zu überprüfen.
Geopolitische Interessen und der Klimawandel
Die USA haben seit Jahrzehnten strategische Interessen in Grönland. Die klimatischen Veränderungen machen die Arktis zunehmend zugänglich, was nicht nur neue Handelsrouten eröffnet, sondern auch die militärische Präsenz in der Region erforderlich macht. Russland hat seine militärische Präsenz in der Arktis verstärkt, während China in die Infrastruktur investiert und damit den Wettbewerb um die Kontrolle über die Ressourcen anheizt. Das geopolitische Gleichgewicht in der Region steht auf der Kippe und verlangt von den USA, Dänemark und Grönland eine Balance zwischen Zusammenarbeit und Abgrenzung.
Der Besuch von Vance könnte daher nicht nur ein persönliches Unterfangen sein, sondern auch im Kontext größerer geopolitischer Spannungen und strategischer Überlegungen stehen, die Grönland und die Arktis betreffen.
Für weitere Informationen über die strategischen Interessen der USA in Grönland und die geopolitischen Herausforderungen verweisen wir auf die umfangreiche Analyse von Spiegel sowie von Outview.