
Der Allwetterzoo Münster in Nordrhein-Westfalen feiert aktuell einen wahren Tierbaby-Boom. Die Tierwelt des Zoos, der seit 1974 für seine große Artenvielfalt und seine überdachten Wege bekannt ist, wurde in den letzten Wochen durch mehrere Geburten bereichert. Neben den sechs kürzlich geborenen Zwergziegen gehört zu den neuen Bewohnern des Zoos auch der Nachwuchs bei den Riesenottern, die im März das Licht der Welt erblickten. Diese Zunahme an Tierbabys zieht die Aufmerksamkeit der Besucher an, die die kleinen Wesen im Streichelzoo im Kinder- und Pferdepark beobachten können. Weiteres Zuchtpotenzial steht an, da weitere Zwergziegen-Jungen in den kommenden Tagen erwartet werden, wie Der Westen berichtet.
Ein besonders aufwendiger Zuchtversuch fand in der Tigeranlage des Zoos statt. In der Nacht von Freitag auf Samstag wurden dort zwei Tigerwelpen geboren. Die Tigereltern Fedor und Raya, die als Teil eines Zuchtprogrammes zusammengeführt wurden, stehen unter besonderer Beobachtung. Die ersten 72 Stunden nach der Geburt sind entscheidend für das Überleben der Welpen, die in einer vorbereiteten Wurfbox zur Welt kamen. Am Samstagmorgen konnten die Tierpfleger die kleinen Tiger zum ersten Mal sichten. Doch die Freude währte nur kurz, denn bei einer späteren Untersuchung wurde festgestellt, dass eines der Jungen verstorben war. Dieses Schicksal ereilte leider auch das verbliebene Jungtier, wie Allwetterzoo.de berichtet.
Tierschutz und Zuchtprogramme
Die traurige Nachricht von den verstorbenen Tigerwelpen wirft ein Licht auf die Herausforderungen, vor denen Zootierpfleger stehen. Bei erstgebärenden Großkatzen ist der Verlust von Nachkommen zwar nicht ungewöhnlich, dennoch ist die Trauer intensiv. Diese erbitterten Herausforderungen unterstreichen die Wichtigkeit von Zuchtprogrammen, die darauf abzielen, genetische Vielfalt zu sichern und Inzucht zu vermeiden. Die „Konvention für den internationalen Handel mit gefährdeten Arten“, die 1975 in Kraft trat, zwang Zoos dazu, für den eigenen Zucht-Nachwuchs zu sorgen, was die Kooperation von Zoos in Europa und den Austausch von Tieren förderte. Dies wird auch von Planet Wissen betont.
Die EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) wurde 1992 gegründet und hat seither die Standards für die Haltung und Pflege von Zootieren wesentlich geprägt. Über 100 Anweisungen müssen von den angegliederten Zoos befolgt werden, die sich auf die Erhaltung von Arten, Forschung und Aufklärung konzentrieren. Diese Standards helfen dabei, die Tierhaltung zu verbessern und die Erfolge von Erhaltungszucht-Programmen zu steigern, die in letzter Zeit immer mehr an Bedeutung gewinnen.
Der Allwetterzoo Münster zeigt durch seine neuesten Geburten, dass er Teil dieser umfassenden Strategien ist, um eine nachhaltige Zukunft für die Tierwelt zu sichern. Die Bevölkerung des Zoos ist gespannt, welche kleinen Wundern als Nächstes das Licht der Welt erblicken werden, während die Tierpfleger weiterhin mit Engagement und Hingabe für das Wohl der Tiere sorgen.