
Am 21. März 2025 fand ein denkwürdiges Länderspiel zwischen Deutschland und Italien im legendären San Siro statt, dem auch als Giuseppe-Meazza-Stadion bekannten Fußballtempel in Mailand. Diese Veranstaltung stellte gleichzeitig den Abschied von dieser beeindruckenden Spielstätte dar, die als eines der faszinierendsten Stadien der Fußballgeschichte gilt.
Das San Siro, dessen Bau im Jahr 1925 von Präsident Piero Pirelli initiiert wurde, weist eine lange und stolze Geschichte auf. Die erste Partie wurde am 3. Oktober 1926 ausgetragen, als AC Milan mit 1-2 gegen Sampierdarenese verlor. Über die Jahre erlebte das Stadion zahlreiche bedeutende Ereignisse, darunter die Austragung des Halbfinales der Fußball-Weltmeisterschaft 1934, bei dem Italien gegen Österreich gewann.
Ein Abschied mit Erinnerungen
Den Besuchern wurde eine letzte Gelegenheit gegeben, die besondere Atmosphäre des San Siro zu erleben. „Es vibriert, wenn das Publikum jubelt“, beschreibt Hendrik Buchheister, Fußball-Chefreporter bei RND, die Ränge, die fast endlos erscheinen. Die Innenräume, mit ihren engen und verzweigten Gängen, erinnern an ägyptische Pyramiden und führen die Zuschauer auf eine emotionale Zeitreise durch die Geschichte des Fußballs. In der Nacht des Spiels war ein beeindruckendes Feuerwerk vor dem Stadion zu hören, das den Abschied feierte.
Die Mischung aus mittelalterlicher Burg und Bohrinsel, wie sie viele beschreiben, ist Teil des charkteristischen Flairs, das gepaart ist mit sichtbaren Mängeln wie bröckelndem Beton und offenen Kabeln. Einige Bereiche des Stadions sind aus Sicherheitsgründen gesperrt, was die Notwendigkeit einer Erneuerung oder gar eines Abrisses unterstreicht. Die beiden Mailänder Klubs, AC Milan und Inter Mailand, haben bereits Pläne für den Bau eines neuen Stadions gefasst, das mit modernen VIP-Logen und stabileren Tribünen ausgestattet sein wird.
Die Geschichte des Stadions
Das San Siro wurde ursprünglich als „reines“ Fußballstadion ohne Leichtathletikbahn konzipiert. Anfangs hatte es eine Kapazität von 35.000 Zuschauern, die im Laufe der Jahrzehnte durch zahlreiche Renovierungen exponentiell anstieg. Die bedeutendste Erweiterung fand in Vorbereitung auf die WM 1990 statt, wo die Kapazität auf 85.700 erhöht wurde, unterstützt von 11 zylindrischen Türmen für zusätzlichen Halt.
Die letzten Jahre waren geprägt von Modernisierungen, unter anderem aufgrund von UEFA-Vorgaben, die die Kapazität auf 80.018 Zuschauer reduzierten. In diesen Umgestaltungen steht die Verbesserung des Zuschauerkomforts im Mittelpunkt, doch die Herausforderungen bei der Rasenpflege und andere technische Probleme sind nicht zu übersehen.
Mit dem geplanten neuen Stadion zeichnet sich eine Wende für das Fußballerlebnis in Mailand ab. Die Vision für die neue Spielstätte schließt neben besseren Sicherheitsstandards auch das Handling moderner Geschichten im Stadionbetrieb mit ein. Das San Siro, so der Tenor, wird immer ein Teil der Fußballgeschichte bleiben, auch wenn die Zukunft nicht mehr in diesen ehrwürdigen Wänden stattfinden wird.
Das Erbe des San Siro wird nicht nur in Erinnerungen weiterleben, sondern auch in der Entwicklung der Fußballstadien, die zunehmend als „Fußballarenen“ fungieren und modernen Komfort vereinen. Die Abschiedsparty ist also nicht nur ein Ende, sondern auch der Beginn eines neuen Kapitels in der Mailänder Fußballgeschichte.