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Gürtelrose-Impfung: Senkt sie das Demenzrisiko um 20 Prozent?

Eine neu veröffentlichte Studie beleuchtet den Einfluss der Gürtelroseimpfung auf das Demenzrisiko. Laut der Fachzeitschrift Nature senkt die Impfung das Risiko, an Demenz zu erkranken, um 20 Prozent über einen Zeitraum von sieben Jahren. Diese Ergebnisse stammen aus einer Forschungsarbeit, die in Wales durchgeführt wurde, wo das Impfprogramm am 1. September 2013 startete. Die Autoren der Studie, Dr. Markus Eyting von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Dr. Min Xie vom Heidelberg Institute of Global Health, untersuchten dabei eine Gruppe von Personen, die das Alter von 80 Jahren erreichten – ein entscheidender Punkt für den Zugang zur Impfung. Personen, die vor dem 2. September 1933 geboren wurden, waren dabei nicht impfberechtigt, während die nach diesem Datum Geborenen geimpft wurden. Der Vergleich von demenzdiagnostizierten Personen aus diesen beiden Jahrgängen liefert interessante Einblicke in die kausalen Zusammenhänge der Impfung mit dem Demenzrisiko, was die Forscher nicht nur an einer Korrelation, sondern an einem tatsächlichen Effekt interessiert.

Um Verzerrungen und externe Einflussfaktoren zu minimieren, wendeten die Forscher ein Regressions-Diskontinuitäts-Design an, ein in der Ökonomie gängiges, jedoch in der klinischen Forschung selten genutztes Verfahren. Dieses „natürliche Experiment“ ermöglichte es, deutlichere Schlüsse über die Auswirkungen der Gürtelroseimpfung zu ziehen. Dr. Simon Heß von der Wirtschaftsuniversität Wien und weitere Forscher von der Stanford University beteiligten sich ebenfalls an dieser Untersuchung. Eyting, der kürzlich den Young Economist Award der European Economic Association für eine andere Arbeit erhielt, hebt die Bedeutung dieser Forschung für zukünftige öffentlich Gesundheitliche Maßnahmen hervor.

Schutzmechanismen und Vergleichsdaten

Die Ergebnisse wurden durch weitere Quellen gestützt, die ähnliche Impfprogramme in Ländern wie England, Australien, Neuseeland und Kanada untersuchten. Insbesondere stellte eine Analyse des Heidelberger Instituts fest, dass in der teilgeimpften Gruppe Demenzerkrankungen um ein Fünftel seltener auftraten als in der ungeimpften Gruppe. Diese Analysen sind wichtig, da frühere Studien bereits Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Herpesviren, wie dem Gürtelrose-Virus, und einem erhöhten Demenzrisiko erbracht hatten. Martin Korte vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung bezeichnet die aktuellen Ergebnisse als überzeugenden Beweis dafür, dass virusinduzierte Entzündungsprozesse im Gehirn möglicherweise eine Rolle bei der Entstehung von Demenz spielen.

Die genaue Mechanik hinter dem den Schutz durch die Impfung bleibt bislang ungeklärt. Mögliche Erklärungen reichen von Autoimmunreaktionen über chronische Entzündungen bis hin zur Stärkung des Immunsystems durch die Impfung selbst. Auch andere Forscher haben den engen Zusammenhang zwischen Virusinfektionen und der Entwicklung von Demenz hervorgehoben. So erklärt Seniorautor Pascal Geldsetzer von der Stanford University, dass geimpfte Individuen oft ein anderes Gesundheitsverhalten aufweisen, was die Untersuchung des Impfeffekts zusätzlich komplex macht. Trotz dieser Herausforderungen bestätigen die Ergebnisse, dass die Gürtelroseimpfung kostengünstig und effizient sein könnte, um das Demenzrisiko zu minimieren.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass diese Studie den Kreislauf von Virusinfektionen und dem Risiko von neurologischen Erkrankungen neu definiert. Die Forschung eröffnet neue Perspektiven zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit und gegen das Schlaganfall von Demenz. Weitere Studien sind notwendig, um die präzisen Mechanismen zu verstehen, die den positiven Effekt der Impfung auf das Demenzrisiko gewährleisten.

Statistische Auswertung

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Mainz, Deutschland
Beste Referenz
presse.uni-mainz.de
Weitere Infos
scinexx.de

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