
Rita Sevastjanova, eine vielversprechende Wissenschaftlerin an der Universität Konstanz, wurde mit dem Südwestmetall-Förderpreis 2025 ausgezeichnet. Sevastjanova zählt zu den neun Nachwuchsforschenden aus Baden-Württemberg, die in diesem Jahr für ihre herausragenden Beiträge zur Wissenschaft honoriert wurden.
Die Ehrung erfolgte für ihre Dissertation mit dem Titel „Interactive Visual Investigation of Word Embedding Contextualizations in Large Language Models“, die in der Arbeitsgruppe von Daniel Keim entstanden ist. Ihre Arbeit trägt maßgeblich zum Verständnis von großen KI-Sprachmodellen, wie den GPT-Modellen, bei. Mit innovativen grafischen Analyseansätzen hat Sevastjanova neue Wege gefunden, um kontextuelle Einbettungen – mathematische Repräsentationen von Wörtern, die sich je nach sprachlichem Zusammenhang anpassen – zu untersuchen.
Innovative Ansätze und Anwendungen
Durch ihre visuell gestalteten Methoden ermöglicht sie den Vergleich von Sprachmodellen und den von ihnen generierten Texten. Dies bietet nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern auch personalisierte Entscheidungshilfen für Nutzer, die Sprachmodelle auswählen möchten. Aktuell arbeitet Sevastjanova als Postdoktorandin im „Interactive Visualization and Intelligence Augmentation (IVIA)“-Labor an der ETH Zürich.
Der Südwestmetall-Förderpreis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird jährlich für Dissertationen vergeben, die durch ihre Relevanz für die industrielle Arbeitswelt und sozialpolitische Rahmenbedingungen auffallen. Die Nominierung für den Preis erfolgt durch die jeweiligen Universitäten. Die Preisverleihung wurde von Dr. Joachim Schulz, dem Vorsitzenden von Südwestmetall, durchgeführt. Er betonte die Bedeutung der nachhaltigen Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Dringlichkeit einer krisenfesten Finanzierung des Hochschulsystems.
Auszeichnung für weitere Nachwuchswissenschaftler
Insgesamt wurden im Rahmen der Preisverleihung acht weitere junge Wissenschaftler aus baden-württembergischen Landesuniversitäten ausgezeichnet. Diese Forscher und ihre Dissertationsthemen sind:
- Dr. Niklas Goby (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg): Deep Reinforcement Learning in Operations Management Concepts and Application
- Dr. Johannes U. Dahlke (Universität Hohenheim): Flooding the Landscape of Knowledge: Perspectives on Transitions to Artificial Intelligence in Industry
- Dr. Ali Riza Durmaz (Karlsruher Institut für Technologie): Experimental and Data-driven Workflows for Microstructure-based Damage Prediction
- Dr. Felix Petersen (Universität Konstanz): Learning with Differentiable Algorithms
- Dr. Aline Lanzrath (Universität Mannheim): Talent- und Diversitätsmanagement im Vertrieb: Eine empirische Untersuchung der Erfolgsfaktoren für die Gewinnung und Bindung von Vertriebstalenten
- Dr. Kathrin Pollmann (Universität Stuttgart): A Human-Centered Pattern Approach to Comprehensible and Pleasant Behavioral Expressions for Social Robots
- Dr. Michael Niemeyer (Eberhard Karls Universität Tübingen): Neural Scene Representations for 3D Reconstruction and Generative Modeling
- Dr. Franziska Babel (Universität Ulm): Derivation and Evaluation of Psychological Conflict Resolution Strategies for Autonomous Service Robots.
Diese Auszeichnungen sind seit 35 Jahren ein fester Bestandteil der Wissenschaftsförderung in Baden-Württemberg, um herausragende Dissertationen zu würdigen und gleichzeitig die zunehmenden Herausforderungen der modernen Arbeitswelt zu adressieren. Staatssekretär Arne Braun hob in seiner Rede das nötige Zusammenwirken von Wissenschaft und Wirtschaft hervor, um gesellschaftliche und politische Herausforderungen zu bewältigen und betonte die Rolle junger Forscher in diesem Bereich. Für weitere Informationen zu den ausgezeichneten Projekten und den Herausforderungen, vor denen die Hochschulen stehen, empfiehlt sich ein Blick auf die offizielle Mitteilung von Südwestmetall.