
Am 3. April 2025 gab das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg bekannt, dass weitere 2,3 Millionen Euro in den Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur rund um die Heidekrautbahn investiert werden. Diese zusätzlichen Mittel sind angesichts globaler Krisen und Lieferengpässen notwendig geworden, die die Projektkosten erheblich erhöht haben. Insbesondere die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) hat auf der Strecke der Heidekrautbahn RB27 wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Triebzüge eingeführt.
Der Landkreis Barnim plant zudem, Busse und Müllfahrzeuge schrittweise auf Wasserstoffbetrieb umzustellen, um die Umweltverschmutzung zu reduzieren. Eine Tank-Infrastruktur für Wasserstoff wird weiterhin aufgebaut, was einen entscheidenden Beitrag zur Förderung der nachhaltigen Mobilität leisten soll. Insgesamt belaufen sich die Gesamtinvestitionen für die Wasserstoff-Umrüstung auf rund 116 Millionen Euro, wobei die NEB für den Kauf der Züge etwa 9 Millionen Euro staatliche Förderung erhält.
Historische Entwicklungen und künftige Perspektiven
Sven Tombrink, Prokurist der NEB, betont die Wichtigkeit des Umbaus des Betriebsgeländes in Basdorf, um die Wasserstoff-Fahrzeuge angemessen warten zu können. Die Heidekrautbahn, die 1961 durch den Mauerbau unterbrochen wurde, wird im Rahmen des Investitionsprogramms i2030 reaktiviert. Diese Wiederbelebung hat das Ziel, ab Dezember 2024 sechs Wasserstoff-Züge auf der Regionalbahnlinie zwischen Berlin-Wilhelmsruh und Groß Schönebeck in Betrieb zu nehmen.
Das Projekt, dessen Gesamtkosten sich auf rund 100 Millionen Euro belaufen, wird durch eine Reihe von Verbundpartnern unterstützt, einschließlich Enertrag, das den Bau eines Wasserstoffwerks zur Produktion von grünem Wasserstoff aus Windkraft plant. Für dieses Vorhaben erhält das Unternehmen 13 Millionen Euro Unterstützung vom Bund. Darüber hinaus erhalten die Kreiswerke Barnim 2,5 Millionen Euro für den Aufbau einer Wasserstoff-Zugtankstelle.
Umweltfreundliche Mobilität und CO2-Reduktion
Die Wasserstofftechnologie hat das Potenzial, die CO2-Emissionen erheblich zu reduzieren. Laut den Plänen können durch die Nutzung dieser Züge jährlich bis zu 2.500 Tonnen CO2 im Vergleich zu dieselbetriebenen Zügen eingespart werden. Dies macht die Investitionen nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll, sondern auch aus umweltpolitischer Perspektive.
Jedoch gab es in der Vergangenheit Herausforderungen bei der Wasserstoff-Versorgung. So musste Ende letzten Jahres die NEB vier von fünf Zügen aufgrund von Versorgungsengpässen stilllegen. Nach diesen Schwierigkeiten fahren die Züge seit Mitte Januar 2025 jedoch wieder regulär.
Insgesamt zeigt die Entwicklung der Wasserstoff-Infrastruktur rund um die Heidekrautbahn, wie wichtig innovative Ansätze für die Mobilität der Zukunft sind. Die Region Brandenburg setzt auf nachhaltige Technologien, um umweltfreundlicher und effizienter zu werden. Der künftige Anschluss der Heidekrautbahn an den Bahnhof Gesundbrunnen wird dabei einen weiteren Schritt in Richtung einer integrierten und umweltbewussten Verkehrspolitik darstellen.
Für weitere Informationen zu den Entwicklungen in der Wasserstofftechnologie, siehe rbb24 und Next Mobility.