
Die jüngsten Statistiken zur Tuberkulose in Deutschland zeigen besorgniserregende Trends, insbesondere in den mitteldeutschen Bundesländern. Das Robert Koch-Institut (RKI) berichtet für das Jahr 2023 von einem Anstieg der Tuberkulosefälle in Sachsen. Hier wurden bis zum heutigen Datum im Jahr 2024 bereits 15 Neuerkrankungen festgestellt, während im gesamten Jahr 2023 insgesamt 161 Fälle registriert wurden. Dies entspricht einem Anstieg von 11 % im Vergleich zum Vorjahr.
In der Stadt Dresden traten zuletzt drei Tuberkulosefälle im Umfeld einer Kindertagesstätte auf, was die Sorgen über eine Ausbreitung der Krankheit in sensiblen Gruppen weiter verstärkt. Die Daten aus Sachsen zeigen zudem, dass der Anteil der multiresistenten Tuberkulosefälle in diesem Bundesland auf 9 % gestiegen ist, nachdem er zuvor bei maximal 7 % lag. Diese Entwicklung stellt eine erhebliche Herausforderung für die öffentlichen Gesundheitssysteme dar.
Situation in Sachsen-Anhalt und Thüringen
Im angrenzenden Bundesland Sachsen-Anhalt blieben die Zahl der Neuerkrankungen im Jahr 2024 auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. In den letzten fünf Jahren wurden hier zwischen 61 und 94 Fälle jährlich registriert. Die meisten Tuberkuloseerkrankungen traten in den Großstädten Magdeburg und Halle (Saale) sowie im Landkreis Harz auf. Die aktuelle Lage umfasst auch
Statistiken zu diesen Regionen, die wichtige Daten zur Gesundheitsüberwachung bereitstellen.
Für Thüringen meldete das RKI für das erste Quartal 2024 insgesamt 18 Tuberkulosefälle – die höchste Zahl bisher in diesem Zeitraum. Der Trend bleibt stabil, da die Neuerkrankungen in den letzten Jahren zwischen 59 und 87 Fällen schwankten. Diese Zahlen erfordern eine anhaltende öffentliche Gesundheitsüberwachung und präventive Maßnahmen.
Globale Perspektive und Herausforderungen
Weltweit zählt Tuberkulose zu den bedrohlichsten Infektionskrankheiten. Jährlich werden über 1,2 Millionen Todesfälle verzeichnet, und die Zahl der Neuerkrankungen erreicht einen alarmierenden Höchststand von 10,8 Millionen. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit eines intensiven globalen Engagements im Kampf gegen die Krankheit und die Notwendigkeit, öffentliche Gesundheitsmaßnahmen zu verstärken. Im Vergleich zeigen die Daten aus Deutschland: Im Jahr 2022 wurden 4.076 neue Tuberkulosefälle diagnostiziert, was einer Inzidenz von 4,9 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner entspricht.
Besonders betroffen sind Männer und junge Erwachsene. Die Inzidenz bei Männern liegt bei 6,5 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner und bei jungen Erwachsenen im Alter von 25 bis 29 Jahren sogar bei 10,7. Die Zahlen deuten auf eine zunehmende Dringlichkeit hin, gezielte Aufklärungs- und Behandlungsmaßnahmen zu ergreifen.
Die steigenden Zahlen der multiresistenten Tuberkulosefälle stellen darüber hinaus eine zusätzliche Herausforderung dar. Im Jahr 2022 wurden 166 solcher Fälle dokumentiert, was einer Inzidenz von 5,7 % entspricht. Dies zeigt die Dringlichkeit, die Behandlungsprotokolle zu evaluieren und zu verbessern, um den Herausforderungen der multiresistenten Erreger zu begegnen.
Die epidemiologischen Berichte des RKI, die regelmäßig veröffentlicht werden, bieten umfassende Einblicke in die Verbreitung und Entwicklung von Tuberkulose in Deutschland. Am heutigen Welttuberkulosetag wird ein neuer Bulletin des RKI veröffentlicht, der die statistisch erfassten Fallzahlen des vergangenen Jahres enthält und wertvolle Informationen für die künftigen Maßnahmen im Gesundheitswesen bereitstellt stellt diese für die Öffentlichkeit zur Verfügung.