
Im Landkreis Nordsachsen regt sich Widerstand gegen die Ausweitung der Windvorranggebiete im Regionalplan Leipzig-Westsachsen. Gegner von Windkraftanlagen planen einen Fahrradkorso, um ihre Proteststimmen zu mobilisieren. Das Vernetzungstreffen dazu fand kürzlich in Probsthain statt, wo Einwohner ihre Bedenken hinsichtlich eines möglichen Windparks in der Nähe äußerten.
Unterstützung erhalten sie von Anwohnern aus Langenreichenbach, Wildschütz und Audenhain. Eine Online-Petition mit dem Titel „Nein zum Windpark am Fuß des Schildbergs“ hat bereits 2038 Unterzeichner gesammelt. Die Entscheidung über den Regionalplanentwurf steht am 28. März in Markkleeberg an. Laut dem Plan sollen zwei Prozent der Fläche für Windkraft reserviert werden.
Politische Stellungnahmen und Bürgerproteste
Der Langenreichenbacher Ortschaftsrat hat bereits gegen die Windkraftanlagen votiert, und auch die Mockrehnaer Gemeinderäte haben mehrheitlich gegen den Ausbau gestimmt. Der Stadtrat Belgern-Schildau hat sich zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht positioniert. Am 21. März trafen sich Windkraftgegner aus verschiedenen Regionen in Probsthain, um weitere Maßnahmen zu planen.
Ein regionaler Planungsverband hat sich das Ziel gesetzt, bis 2027 das Zwei-Prozent-Flächenziel in die Tat umzusetzen. In grün markierten Kommunen sind mehr als fünf Prozent des Gemeindegebiets für Windkraft reserviert, während in orange markierten Kommunen keine Vorranggebiete geplant sind. Um den aktuellen Stand der Regionalplanung zu präsentieren, wird am 10. April im Schildauer Volkshaus ein Informationsabend stattfinden.
Der nächste Schritt: Fahrradkorso
Der geplante Fahrradkorso findet am 13. April statt. Beginn ist um 14 Uhr am Bahnteich in Probsthain, von wo aus die Teilnehmer zwischen Mockrehna und Schildau radeln wollen. Mit dieser Aktion hoffen die Organisatoren, viele Anwohner aus beiden Gemeinden zur Teilnahme zu bewegen und auf ihre Bedenken aufmerksam zu machen.
Dieser regionale Protest spiegelt ein größeres Problem in Deutschland wider. Während sich zahlreiche Bürgerinitiativen gegen Windkraft formieren, wie in einer Studie festgestellt wurde, sind viele dieser Initiativen nicht gegen die Energiewende selbst, sondern äußern Bedenken bei persönlichen Nachteilen oder Umweltschutzaspekten. Schätzungen zufolge sind zwischen 121.000 und 342.000 Menschen gegen Windkraft an Land eingestellt. Im Vergleich dazu demonstrierten am 20. September 2019 1,4 Millionen Menschen für mehr Klimaschutz.
Die Analyse der Bürgerinitiativen zeigt, dass weniger als ein Drittel der proklamierten 1000 Initiativen aktiv sind. Während 290 aktive Initiativen verzeichnet werden, ist der Rest inaktiv oder existiert nicht mehr. Die häufigsten Gründe gegen Windkraft mögen Lärm, Naturschutz, finanzielle Aspekte sowie optische Belange umfassen.
Die anhaltenden Bedenken der Bürger und die bevorstehenden Entscheidungen über den Regionalplan könnten die Zukunft des Windkraftausbaus in der Region entscheidend beeinflussen. Der Konflikt zwischen dem Wunsch nach erneuerbaren Energien und den Sorgen der Bevölkerung bleibt ein brisantes Thema.
Für weitere Informationen über die aktuellen Entwicklungen und die Proteste in Nordsachsen können Interessierte den Artikel auf Sächsische.de nachlesen sowie die Analysen und Hintergründe zu den Bürgerinitiativen auf energiewende.eu erkunden.