
Am 3. April 2025 vermeldet der Zoo Leipzig den tragischen Tod von Kibara, einem 21-jährigen Gorilla, der schwer erkrankt war. Dies ist bereits der zweite Verlust innerhalb einer Woche, nachdem zuletzt auch Kio verstarb. Beide Gorillas zeigten ähnliche gesundheitliche Symptome, darunter Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit. Trotz intensiver medizinischer Bemühungen konnte Kibara nicht gerettet werden; nach einer Vollnarkose zur Behandlung wachte er nicht mehr auf. Kibara, der 2004 im Zoo Leipzig geboren wurde, hat zwei Gorillajungtiere, Diara und Kianga, zur Welt gebracht und war ein anerkanntes Zuchtmitglied in der Zoobranche.
Zoochef Jörg Junhold zeigt sich bestürzt über diesen Verlust und betont, dass eine solche Tragödie in den 25 Jahren von Pongoland, der speziellen Menschenaffenanlage des Zoos, nicht vorgekommen ist. Die Einrichtung wurde in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie entwickelt und ist seit ihrer Eröffnung im Jahr 2001 ein bedeutender Standort für die Haltung von Gorillas, Schimpansen, Bonobos und Orang-Utans in sozialen Gruppen.
Suche nach den Ursachen
Intensive Untersuchungen sind im Gange, um die Ursachen der Todesfälle zu klären. Zoospezialist Andreas Bernhard berichtet, dass die restliche Gorillagruppe niedergeschlagen und angespannt wirkt. Die pathologischen Untersuchungen am verstorbenen Kio sind noch nicht abgeschlossen. Junhold und sein Team stehen im Austausch mit anderen Zoos und dem Europäischen Zooverband, um die Sicherheit und das Wohlergehen der verbleibenden Gorillas zu gewährleisten.
Das Publikum wird gebeten, Verständnis zu zeigen, wenn die Gorillas nicht immer sichtbar sind. Sowohl die Tiere als auch das Betreuungsteam benötigen Zeit, um den Verlust zu verarbeiten. Der Zoo Leipzig hat eine entscheidende Rolle in der Erhaltungszucht und Aufzucht von Gorilla-Nachwuchs gespielt. Diese Erfolge fallen unter die Vorgaben und Standards der Europäischen Zooverband (EAZA), die dafür sorgen, dass eine artgerechte Haltung und Pflege gewährleistet sind.
Die Rolle der Zoos in der Arterhaltung
Die Zoos in Europa stehen unter dem Druck, nicht nur den Zuchtbestand der gefährdeten Arten zu sichern, sondern auch die genetische Vielfalt zu gewährleisten. Um Inzucht und genetische Defekte bei Nachkommen zu vermeiden, sind Kooperationen zwischen verschiedenen Einrichtungen von entscheidender Bedeutung. Die EAZA hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Hauptaufgaben der Zoos in der Erhaltung von Arten, Forschung und Erziehung zu bündeln.:
Jahr | Ereignis |
---|---|
1975 | Einführung der „Konvention für den internationalen Handel mit gefährdeten Arten“ |
1985 | Erstes Treffen für europäische Zuchtprogramme |
1992 | Gründung der EAZA |
Die Einhaltung der EAZA-Standards sorgt für artgerechte Lebensbedingungen, ausreichenden Platz und medizinische Versorgung, die bei Auffälligkeiten sofortige Untersuchungen erfordern. Dank dieser strengen Vorgaben konnte der Zoo Leipzig eine herausragende Rolle in der internationalen Zoogemeinschaft einnehmen.
Die tragischen Ereignisse rund um das Gorillateam im Zoo Leipzig werfen einen Schatten auf die wertvolle Arbeit der Zooeinrichtungen, deren Korrespondenz untereinander für eine bessere Zukunft der bedrohten Arten entscheidend ist.