Schleswig-Holstein

Umweltverbände fordern sofortige Maßnahmen für den Ostseeschutz!

Umweltverbände in Schleswig-Holstein haben sich erneut für ein entschlossenes und zügiges Vorgehen beim Ostseeschutz ausgesprochen. Angeführt von Alexander Schwarzlose, dem Vorsitzenden des NABU Schleswig-Holstein, werden starke Maßnahmen gegen den Rückgang der Fischbestände und die zunehmenden Todeszonen in der Ostsee gefordert. Kommt es zu einem weiteren langsamen Fortschreiten bei der Umsetzung des Aktionsplans, könnte dies gravierende Folgen für das marine Ökosystem haben, das bereits stark belastet ist.

Besonders in der Diskussion steht der Aktionsplan Ostseeschutz, der vor Kurzem von der Landesregierung Schleswig-Holsteins vorgestellt wurde. Umweltminister Tobias Goldschmidt berichtete über Fortschritte, die unter anderen auch die Schaffung einer „Integrierten Station Ostsee“ umfassen. Diese soll die Naturschutzaufgaben koordinieren und die Umweltbildung fördern. Das Kabinett hat dem Plan, der eine Verbesserung des Zustands der Ostsee signifikant zum Ziel hat, am 19. März 2025 zugestimmt, wie nationalpark-ostsee.de meldet.

Die Maßnahmen im Detail

Der Aktionsplan sieht vor, dass 12,5% der schleswig-holsteinischen Ostsee unter strengen Schutz gestellt werden. Zusätzlich sind drei neue marine Naturschutzgebiete geplant, die knapp 8% der Ostseefläche abdecken. Diese Gebiete sollen vollständig durch striktere Schutzmaßnahmen, inklusive eines Verbots der Fischerei, geschützt werden. Laut Schwarzlose ist es entscheidend, die Lebensräume der marinen Tier- und Pflanzenwelt zu sichern und zu fördern.

  • Fischerei wird in geschützten Gebieten, einschließlich der Industriefischerei, verboten.
  • Das Befahren von Rastvogelschwerpunkten mit Wasserfahrzeugen wird in bestimmten Monaten eingeschränkt.
  • Ziel ist eine Reduzierung der Nährstoffeinträge in die Ostsee um 10% bis 2030 und um 20% bis 2035.

Diese Punkte sind besonders wichtig, um den Anforderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie gerecht zu werden, die hohe Standards für den Schutz von Gewässern vorschreibt. Die geplante Reduzierung sieht eine Senkung der jährlich eingeleiteten Nährstoffe um 2074 Tonnen Stickstoff und 66 Tonnen Phosphor vor.

Kritik und Forderungen

Die Kritik am Aktionsplan ist jedoch nicht zu übersehen. Dietmar Ulbrich, Vorsitzender des BUND Schleswig-Holstein, bezeichnete die geplanten Maßnahmen zur Reduzierung der Nährstoffeinträge als unzureichend. Sabine Schroeter vom Landesnaturschutzverband fordert zudem die sofortige Einrichtung der geplannten Schutzgebiete bis Ende des Jahres, ohne Fischerei und lauten Wassersport. Auch Sandra Redmann von der SPD hebt die Notwendigkeit einer beschleunigten Umsetzung von Maßnahmen hervor und betont die politische Verantwortung, die sich aus dieser Situation ergibt.

In der politischen Landschaft gibt es jedoch auch Stimmen, die die Biodiversität fördern möchten. Cornelia Schmachtenberg von der CDU setzt sich für die Schaffung von Riffstrukturen, Muschelbänken und Seegraswiesen ein, um die marine Tierwelt nachhaltig zu unterstützen.

Wie der Zustand der Ostsee zeigt, ist Handeln dringend erforderlich. Die Herausforderungen durch Klimawandel, Nährstoffeinträge und Schadstoffe erfordern genauere Betrachtungen und kontinuierliche Überprüfung der umgesetzten Maßnahmen. Der Aktionsplan ist ein erster Schritt in diese Richtung. Doch die Umsetzung wird entscheidend dafür sein, ob der marinen Umwelt in Schleswig-Holstein wirklich geholfen werden kann.

Der Aktionsplan Ostseeschutz 2030 könnte somit ein Wendepunkt im Umgang mit einem der wichtigsten Ökosysteme Deutschlands sein. Jetzt müssen alle Beteiligten ihre Anstrengungen bündeln, um die Vorgaben konsequent umzusetzen. Die Öffentlichkeit ist ebenfalls aufgerufen, sich zu beteiligen und zu unterstützen, denn der Schutz der Ostsee ist eine gemeinsame Verantwortung.

Weitere Informationen und Details über die Maßnahmen zum Ostseeschutz finden Sie auf kn-online.de.

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Weitere Infos
nationalpark-ostsee.de

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