
Die US-Regierung plant die Einführung eines neuen Visums mit dem Namen „Gold Card“, das seinen Inhabern ein unbegrenztes Aufenthaltsrecht in den Vereinigten Staaten ermöglichen soll. Präsident Donald Trump hat angekündigt, dass der Erwerb dieses Visums voraussichtlich fünf Millionen Dollar kosten wird. Dieses ambitionierte Vorhaben soll in etwa zwei Wochen starten, wobei Trump betont, dass viele Menschen in die USA kommen möchten, um zu arbeiten, Unternehmen zu gründen und Steuern zu zahlen. Auf die Frage, ob auch russische Oligarchen an diesem Visum interessiert sein könnten, antwortete Trump, dass dies „wahrscheinlich“ sei und er viele „nette Leute“ kenne, die in den USA investieren möchten, um ihren Wohnsitz zu begründen.
Mit dieser Initiative stellt die Trump-Administration ihren Kurs zur Einwanderungspolitik erneut in den Fokus. Während Trump die reiche Klientel ansprechen will, ist die öffentliche Meinung zur Einwanderung in den USA gespalten. Einerseits identifizieren sich viele Amerikaner als „Nation von Einwanderern“ und sehen in der Einwanderung einen Schlüssel zum Wirtschaftswachstum sowie zur gesellschaftlichen Vielfalt. Über 60 Millionen Menschen in den USA sind Einwanderer oder Kinder von Einwanderern, was mehr als 20 % der Bevölkerung ausmacht. Einwanderung wird häufig als Teil des „amerikanischen Traums“ betrachtet, dabei spielen auch emotionale Faktoren und Vorurteile eine Rolle.
Die gespaltene öffentliche Meinung zur Einwanderung
Trotz der positiven Ansichten über Einwanderung gibt es auch erhebliche Vorbehalte in der Bevölkerung. Ein großer Teil der Amerikaner lehnt massive Einwanderung ab, oft aus Angst vor kulturellen Veränderungen und wirtschaftlichen Nachteilen. Diese Ängste sind nicht neu und widerspiegeln historische Vorurteile, die in verschiedenen Phasen der amerikanischen Geschichte immer wieder aufgetreten sind. So gab es im frühen 20. Jahrhundert bereits Feindseligkeiten gegenüber Einwanderern, insbesondere gegen Iren und Deutsche. Ähnlich wie heute war auch damals die Integration von Einwanderern ein umstrittenes Thema.
Die demografische Zusammensetzung der USA ist stark durch Einwanderung geprägt. Die erste amerikanische Volkszählung 1790 zählte weniger als vier Millionen Menschen, darunter mindestens 20 % afrikanischer Herkunft. Zuvor gab es bereits bedeutende Einwanderungswellen, etwa zwischen 1880 und 1924 sowie nach 1965. Historisch gesehen hat sich die Politik zur Einwanderung mehrfach gewandelt. Einwanderungsbeschränkungen in den 1920er Jahren zielten darauf ab, die ethnische Zusammensetzung zu wahren, während das Einwanderungsgesetz von 1965 die nationalen Quoten aufhob und die Familienzusammenführung förderte.
Ökonomische Anreize und Herausforderungen
Einwanderer haben bedeutende Beiträge zur amerikanischen Wirtschaft, Kultur und Politik geleistet. Sie sind besonders in Branchen wie der Landwirtschaft, der Fleischverarbeitung und im Gesundheitswesen überproportional beschäftigt. Dennoch gibt es weiterhin politische Diskussionen, die sich vor allem auf die Kontrolle der Einwanderung konzentrieren, speziell im Hinblick auf illegale Einwanderung. Die jährliche Zahl legaler Einwanderer schwankt zwischen 700.000 und 1.000.000, auch die wirtschaftlichen Anreize für Migration sind stark. Viele Migranten kommen in die USA, um ihre Familien zu unterstützen.
Die Diskussionen um Trumps „Gold Card“ weisen somit nicht nur auf die gegenwärtigen Entwicklungen in der US-Einwanderungspolitik hin, sondern sie sind auch Teil eines vielschichtigen, historisch gewachsenen Kontextes, der die amerikanische Gesellschaft prägt. Die Integration von Einwanderern bleibt nach wie vor eine zentrale Herausforderung für die Zukunft der USA, und die Reaktionen auf solche Maßnahmen werden den politischen Diskurs weiter beeinflussen.
Für einen vertieften Überblick über die Auswirkungen von Einwanderung auf die amerikanische Gesellschaft und weitere historische Einblicke empfehlen wir die Artikel auf Tagesspiegel und Eurozine.