
Am 21. März 2025 äußerte der US-Präsident Donald Trump kontroverse Vorschläge zur Zukunft der ukrainischen Atomkraftwerke. Er schlug vor, dass die Ukraine ihre Kernkraftwerke an die USA übertragen sollte, um deren Sicherheit zu erhöhen. In einem Telefongespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bezog sich Trump auf die Katastrophe von Tschernobyl und unterstrich die Gefahren, die von einer unzureichend geschützten nuklearen Infrastruktur ausgehen.
Selenskyj bestätigte, dass das Gespräch insbesondere die durch Russland besetzte Zaporizhzhia-Anlage betraf. Diese Anlage ist Europas größte Nukleareinrichtung und war vor dem Krieg für etwa 20% der Stromproduktion in der Ukraine verantwortlich. Der ukrainische Präsident stellte klar, dass der Besitz der Anlage nicht zur Debatte stehe, da Bedenken hinsichtlich möglicher russischer Provokationen bestehen, sollte die Ukraine versuchen, die Kontrolle über die Anlage zurückzugewinnen.
Die Gefahren an den Nukleareinrichtungen
Angesichts der angespannten Situation ist Besorgnis über die Sicherheit und den Zustand der sechs Reaktoren in Zaporizhzhia gewachsen. Diese befinden sich derzeit in einem Zustand der „kalten Abschaltung“, um das Risiko von Explosionen zu minimieren. Ihor Romanenko, ein ehemaliger stellvertretender Chef der ukrainischen Streitkräfte, warnte vor möglichen Sabotageakten durch Russland.
Ein ehemaliger Ingenieur der Zaporizhzhia-Anlage äußerte dagegen, dass die Erhaltung des Werkszustands für bevorstehende Verhandlungen von Bedeutung sei. Zudem gibt es Berichte über nachlässige Sicherheitspraktiken der russischen Wachen, was das Risiko von Unfällen erhöht. Vor Beginn des Krieges trugen die vier Kernkraftwerke der Ukraine fast die Hälfte des Strombedarfs des Landes.
Die Gefahren durch militärische Konflikte wurden bereits im Verlauf der Invasion deutlich. So wurde der Chernobyl und die Zaporizhzhia-Anlage im Rahmen des russischen Übergriffs im Jahr 2022 besetzt, wobei die Sicherheit dieser Einrichtungen zu einem zentralen Thema internationaler Besorgnis wurde. Der Internationale Atomenergie-Agentur (IAEA) zu Folge führte der Beschuss zur Zerschlagung von Kommunikationskanälen und zur Besorgnis über russische militärische Einmischung und potenzielle Strahlenrisiken.
Technische Herausforderungen und internationale Reaktionen
In einer Zeit, in der die Ukraine auf ausländische Unterstützung angewiesen ist, betonte der US-Energieminister Chris Wright, dass die Vereinigten Staaten über die technische Expertise verfügen, um die ukrainischen Kernkraftwerke sicher zu betreiben, auch ohne militärische Präsenz vor Ort. Dennoch bleibt ein großes Fragezeichen hinter dem Einsatz von Brennelementen aus Rosatom, dem russischen Staatsunternehmen, das in der Vergangenheit technische Probleme mit Brennstoff von Westinghouse aufwies.
Die alteingesessenen Reaktoren der Ukraine haben international Bedenken ausgelöst. Insbesondere die IAEA hat die Sicherheitsvorkehrungen in den Altersanlagen angesprochen, die gelegentlich als „Zombie-Reaktoren“ bezeichnet werden. Diese Reaktoren sind aufgrund ihrer Konstruktions- und Sicherheitsmängel als potenziell gefährlich eingestuft, was die Situation nicht nur für die Ukraine, sondern für ganz Europa verschärft.
Zusätzlich gibt es Berichte über die miserable Behandlung des Personals und die mangelhafte Instandhaltung. Diese Bedingungen könnten nicht nur die Sicherheit gefährden, sondern auch die Bereitschaft der Mitarbeiter beeinträchtigen, was das Risiko von Katastrophen nochmals erhöht.
Die internationale Gemeinschaft, einschließlich der EU, hat versucht, Unterstützung zur Verbesserung der Kernkraftwerksicherheit zu leisten. Programme wie TACIS haben mehrere Millionen Euro in Projekte zur Modernisierung kyrillischer Reaktoren investiert und versuchen, die Strahlenauswirkungen zu minimieren.
Die besorgniserregende Situation in den ukrainischen Kernkraftwerken erfordert jedoch weiterhin dringende Aufmerksamkeit und Maßnahmen von lokalen und internationalen Akteuren, um das Risiko einer nuklearen Katastrophe zu minimieren.
Al Jazeera berichtet, dass der Schutz nuklearer Anlagen nicht nur für die Ukraine, sondern für ganz Europa von entscheidender Bedeutung ist. Weitere Informationen können bei Wikipedia und CORDIS eingesehen werden.