
Die umfassende Untersuchung des schwersten Zugunglücks in der Geschichte Griechenlands hat ergeben, dass chronische Sicherheitsmängel die Hauptursache für die tragische Kollision im Jahr 2023 waren. Der Zwischenfall, der am 28. Februar 2023 bei Larissa stattfand, forderte 57 Menschenleben und führte zu einem massiven öffentlichen Aufschrei sowie weitreichenden Demonstrationen.
Der heute veröffentlichte Bericht der Nationalen Untersuchungsbehörde für Luft- und Eisenbahnsicherheit (HARSIA) identifiziert nicht nur die veraltete Infrastruktur, sondern auch systematische Mängel und menschliches Versagen als wesentliche Faktoren. Der 178-seitige Bericht, der am Vorabend eines allgemeinen Streiks und massiver Proteste veröffentlicht wurde, hebt die unzureichende Schulung und den Personalmangel hervor. Der Bahnhofsvorsteher leitete den Personenzug auf dasselbe Gleis wie einen entgegenkommenden Güterzug.
Chronische Mängel der Sicherheit
Die Ergebnisse der HARSIA zeigen, dass die meisten der 57 Opfer bei der Kollision starben, während einige durch die Explosion erzeugt von einem unbekannten Brennstoff, der möglicherweise illegale explosive Chemikalien enthielt, ums Leben kamen. Christos Papadimitriou, der Leiter von HARSIA, bezeichnete den Bericht als „Röntgenbild“ des Schienensystems, das zur Identifizierung der Mängel diene. Diese Mängel wurden durch dramatische Kürzungen während der griechischen Wirtschaftskrise von 2009 bis 2018 verstärkt, was zu einer Überlastung der Hellenic Railways Organisation (OSE) und einer Unfähigkeit zur nachhaltigen Operation führte.
Ein weiterer Aspekt des Berichts sind die 17 Empfehlungen, die an die Verantwortlichen, darunter die Hellenic Train und das Ministerium für Infrastruktur und Verkehr, weitergegeben wurden. Diese Empfehlungen sollen dazu beitragen, die Sicherheit im griechischen Schienennetz zu gewährleisten und zukünftige Unglücke zu verhindern.
Öffentliche Reaktionen und rechtliche Schritte
Die Reaktionen der Öffentlichkeit blieben nicht aus. Die Familien der Opfer wiesen Vorwürfe der Vertuschung zurück, nachdem sie die staatlichen Behörden beschuldigt hatten, Beweise zu manipulieren. Angesichts des bevorstehenden Jahrestags des Unglücks erwarten die Behörden zahlreiche Proteste und Streiks, um auf die anhaltenden Sicherheitsmängel hinzuweisen. Um den Protesten entgegenzutreten, setzt die Regierung 5.000 Polizisten in Athen ein, um öffentliche Demonstrationen zu überwachen, die potenziell Flüge, Fähren und öffentliche Dienste beeinträchtigen könnten.
Zwar kündigte die Regierung an, auf die festgestellten Mängel zu reagieren, doch wies sie die Vorwürfe eines Vertuschungsversuchs zurück. Regierungssprecher argumentierten, dass die Ergebnisse des Berichts die Behauptungen einer absichtlichen Verzögerung der Untersuchung nicht unterstützen. Dennoch bleibt die Frage nach der Sicherheit des griechischen Schienennetzes und der Verantwortlichkeiten in der Luft.
Mit dem heutigen Bericht wird deutlich, dass trotz der tragischen Ereignisse an der Schiene Griechenlands noch zahlreiche Herausforderungen bestehen, wenn es darum geht, die Sicherheit der Reisenden zu gewährleisten. Die HARSIA und andere Verantwortliche stehen nun vor der Aufgabe, die Risikoindikatoren zu überprüfen und umsetzbare Lösungen zu finden.
Für weitere Informationen und Details über die Sicherheitsstandards im europäischen Eisenverkehr, siehe auch das Dokument über Eisenbahnsicherheit und Sicherheitskultur.
Die fortwährenden Probleme auf dem griechischen Schienennetz stehen im Kontrast zur Notwendigkeit sicherer und effektiver Reisemöglichkeiten in Europa. Nur durch umfassende Reformen und Investitionen kann das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückgewonnen werden.
Wie Al Jazeera berichtet, bleibt abzuwarten, welche konkreten Maßnahmen die Regierung ergreifen wird, um die Sicherheit im Schienenverkehr nachhaltig zu verbessern. Der Druck vonseiten der Öffentlichkeit und der Betroffenen wird sicherlich der wichtigste Antrieb für Veränderungen sein.
Zusätzlich wird beobachtet, welche Schritte die Hellenic Train unternimmt, um die in dem Bericht aufgezeigten Mängel zu adressieren und Schulungen für ihre Mitarbeiter durchzuführen, um dem reiterativen Menschlichen Versagen entgegenzuwirken, wie die Associated Press erwähnt.