Heute ist der 4.04.2025
Datum: 4.04.2025 - Source 1 (https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/Erstmals-in-Stade-Museen-arbeiten-Kolonialgeschichte-auf,kolonialgeschichte104.html):
- Forschende aus Stade und Tansania untersuchen etwa 600 Kulturgüter aus der Kolonialzeit.
- Die Kulturgüter wurden über 100 Jahre in Archiven der Stadt Stade aufbewahrt.
- Botaniker Karl Baum brachte 1921 diverse Gegenstände und Dokumente aus der Kolonie Deutsch-Ostafrika nach Stade.
- Baum leitete die Zweigstelle der biologischen Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Stade.
- Kurz vor seinem Tod 1935 übergab er die Sammlung der Stadt Stade.
- Museen Stade arbeiteten drei Jahre lang mit dem tansanischen National Institute for Medical Research (NIMR) zusammen.
- Die Kulturgüter erzählen Geschichten von kolonialer Besetzung und Ausbeutung.
- Das Forschungsprojekt untersucht die Erwerbsumstände der Gegenstände in Zusammenarbeit mit tansanischen Forschenden.
- Kuratorin Lea Steinkampf betont die Notwendigkeit einer nicht nur deutschen Perspektive.
- Ergebnisse des Projekts werden in einer Ausstellung präsentiert.
- Karl Baum führte seit seinem 16. Lebensjahr Tagebuch; 88 Tagebücher und Inventarhefte wurden zur Rekonstruktion der Erwerbsumstände genutzt.
- Einige Gegenstände, wie Perlenarmbänder und Federschmuck, wurden bei Händlern auf der Straße gekauft.
- Andere Gegenstände wurden durch militärische Gewalt erlangt, z.B. Masken und Gefäße von der Emin-Pascha-Expedition.
- Gespräche über eine mögliche Rückgabe der Kulturgüter nach Tansania laufen.
- Eine Wanderausstellung in Tansania wird in Betracht gezogen.
- Die Kulturgüter sind bis zum 9. Juni in einer Doppelausstellung im Museum Schwedenspeicher und im Kunsthaus Stade zu sehen.
Source 2 (https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCckgaben_von_Kulturgut_kolonialer_Herkunft):
- Drei Skulpturen im Musée du quai Branly aus dem ehemaligen Königspalast in Dahomey mit Hinweistafeln auf ihre Restitution im Oktober 2021.
- Diskussionen über Rückgaben von Kulturgut kolonialer Herkunft begannen in den 1970er Jahren nach der Unabhängigkeit europäischer Kolonien.
- Forderungen nach Restitution von Kulturgütern aus kolonialen Kontexten stehen gegen ablehnende Stellungnahmen von Sammlungen und Museen in Europa und Nordamerika.
- Seit 2020 wurden Kulturobjekte an Länder wie Benin, Namibia, Nigeria, Indonesien und Guatemala restituiert.
- Restitution bezeichnet die Rückgabe von geraubten oder unrechtmäßig enteigneten Kulturgütern an die legitimen Voreigentümer.
- Die Bewertung der Entwendung von Kulturgut variiert je nach Fall und wird unterschiedlich interpretiert.
- Juristische, politische und moralische Diskussionen über die Rechtmäßigkeit von Restitutionsansprüchen sind häufig.
- Die UNIDROIT-Konvention und nationale Gesetzgebungen betrachten den illegalen Handel mit Kulturgut als Rechtsverletzung.
- Informationen aus UNESCO-Übereinkommen, Kunstgeschichte und Provenienzforschung werden zur Begründung von Restitutionen herangezogen.
- Der Bericht von Felwine Sarr und Bénédicte Savoy über die Restitution afrikanischer Kulturgüter aus Frankreich hat seit 2018 internationale Aufmerksamkeit erregt.
- Diskussionen über Rückgaben stehen im Kontext der Dekolonisierung von Museen und neuen kulturellen Beziehungen zwischen Europa und Herkunftsländern.
- Kulturgut umfasst materielle und immaterielle Erzeugnisse, die für das kulturelle Selbstverständnis einer Gemeinschaft wichtig sind.
- Europäische Kolonialmächte entwendeten Kulturgüter während der Kolonialzeit, was zu einer kritischen Bewertung der Sammlungen führte.
- Ethnologische Sammlungen in Museen werden als Beispiele kolonialer Aneignung betrachtet.
- Schätzungen zufolge befinden sich etwa 90% des Kulturguts aus Schwarzafrika in westlichen Sammlungen.
- In Frankreich sind etwa 90.000 Einzelstücke in Sammlungen, davon ca. 70.000 im Musée du quai Branly.
- Die Rückgabe von Kulturgütern wird als Teil der Auseinandersetzung mit kolonialer Geschichte und der Förderung internationaler Zusammenarbeit betrachtet.
- Museen in Deutschland, Belgien und den Niederlanden haben begonnen, Restitutionsrichtlinien zu entwickeln und Objekte zurückzugeben.
- Die belgische Regierung hat 2021 die Eigentumsrechte von mehr als 800 geraubten Kulturgegenständen an die Demokratische Republik Kongo übertragen.
- In Deutschland wurden seit 2022 mehrere Kulturgüter aus Namibia, Tansania und Kamerun restituiert.
- Die Diskussion über Restitutionen wird durch Berichte, öffentliche Vorträge und internationale Konferenzen weitergeführt.
- Museen in den USA haben ebenfalls begonnen, Kulturgüter zurückzugeben, die illegal erworben wurden.
- Die internationale Berichterstattung über Restitutionen hat zu einer intensiven Diskussion über die Thematik geführt.
- Der französische Präsident Macron kündigte 2017 die Rückgabe afrikanischen Kulturerbes an, was zu konkreten Erwartungen in afrikanischen Ländern führte.
- Die Rückgabe von Kulturgütern wird als Teil eines Prozesses der Versöhnung und Neubewertung der kolonialen Vergangenheit betrachtet.
Source 3 (https://kulturstaatsministerin.de/aufarbeiten-und-erinnern/kolonialismus/provenienzforschung-und-digitalisierung):
- Die Bundesregierung unterstützt die Provenienzforschung und Digitalisierung von Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten.
- Ziel: Zugang für die Öffentlichkeit und mögliche Anspruchsteller aus Herkunftsländern schaffen.
- Provenienzforschung soll Herkunft, Erwerbsumstände und den Weg von Kulturgut nachvollziehen.
- Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten aus Herkunftsländern ist angestrebt.
- Seit 2019 unterstützt das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste die Provenienzforschung.
- Das Zentrum ermöglicht systematische Aufarbeitung und Grundlagenforschung zu Sammlungsbeständen.
- Forschungsergebnisse werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und internationale Vernetzung gefördert.
- Im Koalitionsvertrag wurde die Stärkung der Digitalisierung von kolonial belastetem Sammlungsgut bekräftigt.
- Im März 2019 wurden Digitalisierung als zentrales Handlungsfeld in den „Ersten Eckpunkten zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“ genannt.
- Digitalisierungsstrategie von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden wurde im Herbst 2020 vereinbart.
- Die Deutsche Digitale Bibliothek bietet mit dem Online-Portal „Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“ Zugang zu digitalisiertem Sammlungsgut.
- Zum Launch des Portals im Juli 2024 waren über 100.000 Objekte von 26 Einrichtungen abrufbar.
- Ziel des Portals: Transparenz über den Verbleib von Sammlungsgut und Dialog mit Herkunftsländern ermöglichen.
- Die „Kontaktstelle für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in Deutschland“ wurde Mitte 2020 eingerichtet.
- Die Kontaktstelle informiert über Bestände und berät zu Rückführungen und Kooperationen.
- Der „Leitfaden zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“ bietet praktische Handlungsempfehlungen für Museen.
- Eine überarbeitete Fassung des Leitfadens zu menschlichen Überresten wurde 2021 veröffentlicht.
- Leitfäden wurden von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.
- Das Deutsche Historische Museum hat seine Dauerausstellung zur deutschen Kolonialzeit überarbeitet.
- Aktenbestände des Reichskolonialamtes im Bundesarchiv sind fast vollständig digitalisiert.
- Die Kulturstiftung des Bundes förderte von 2018 bis 2022 die „Initiative für Ethnologische Sammlungen“.
- Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg führt ein Ausstellungsprojekt im Schloss Charlottenburg durch, das sich mit Kolonialismus auseinandersetzt.
- Stand der Informationen: Montag, 11. September 2023.