Bremen

Heute ist der 4.04.2025

Datum: 4.04.2025 - Source 1 (https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/rassismus-erfahrungen-migration-100.html):
- Fünf Bremerinnen und Bremer berichten über ihre Erfahrungen mit Rassismus.
- Efstathios Kevrekidis (50, Technikmanager, griechische Wurzeln):
- Geboren in Deutschland, Eltern kamen als Gastarbeiter aus Griechenland.
- Erlebte Rassismus als Kind, als er von der Zivilpolizei kontrolliert wurde.
- Diskriminierung beim Eintritt in eine Disco aufgrund eines Schildes: "Ausländer nur mit Clubkarte".

- Adrian Adu (33, Salesmanager und Künstler, in Bremen geboren, Vater aus Ghana):
- Erlebte Rassismus in der Schule, als ihm die Lehrerin die Teilnahme an einer Klassenfahrt verweigerte.
- Musste um einen Schulwechsel kämpfen, da die Lehrerin ihm eine Empfehlung zur Realschule gab.
- Erlebt Diskriminierung im Alltag, z.B. wenn Menschen die Straßenseite wechseln.

- Sadaf Zahedi (40, Autorin und politische Aktivistin, in Afghanistan geboren):
- Kam mit drei Jahren nach Deutschland.
- Erlebte Diskriminierung bei der Wohnungssuche, wurde in sozial schwache Gegenden gesteckt.
- Betont den täglichen Kampf gegen Vorurteile und die Belastung durch Rassismus.

- Süleyman Abdullah Akcur (77, Rentner, kam in den 1970er Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland):
- Erlebte Rassismus am Arbeitsplatz, als ein Kollege eine beleidigende Bemerkung machte.
- Beschwerte sich beim Betriebsrat, der Kollege entschuldigte sich später.

- Rahaf Moselli (45, Sozialassistentin, kam 2015 aus Syrien):
- Erlebt Rassismus im Alltag, sowohl bei der Arbeit als auch im öffentlichen Raum.
- Betont, dass Kinder oft toleranter sind als Erwachsene.
- Sorgt sich um die politische Entwicklung in Deutschland und die Auswirkungen auf Menschen mit Migrationsgeschichte.

Source 2 (https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/forschungsprojekte/DE/Expertise_Wechselwirk_zw_Diskr_u_Integr.html):
- Autor*innen: Prof. Dr. Haci-Halil Uslucan, Cem Serkan Yalcin
- Auftraggeber: Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS)
- Erscheinungsjahr: 2012

**Kurzüberblick:**
- Untersuchung der Auswirkungen von Diskriminierung auf die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund.
- Analyse des Umgangs der Betroffenen und der politischen sowie gesellschaftlichen Handlungsmöglichkeiten zum Diskriminierungsschutz.

**Wichtigste Ergebnisse:**
- Diskriminierungserfahrungen können Reethnisierungsprozesse auslösen.
- Vorurteile und Stereotypen beeinträchtigen das Selbstwertgefühl.
- Ausgrenzung und Benachteiligung erhöhen die Gewaltbereitschaft.
- Diskriminierung erschwert die Integration in den Arbeitsmarkt und erhöht das Armutsrisiko.
- Negative Auswirkungen auf psychische und physische Gesundheit; tägliche Stressfaktoren verringern die Lebenszufriedenheit.

**Handlungsempfehlungen:**

*Politik:*
- Staat soll Vielfalt und Antidiskriminierungsstrategien als Arbeitgeber vorleben.
- Sanktionen für diskriminierende Praktiken in Betrieben.
- Würdigung und Prämierung von Betrieben, die kulturelle Heterogenität fördern.
- Interkulturelle Sensibilisierung von Verwaltungsmitarbeitenden.
- Abschaffung legalisierter Diskriminierungen.
- Erleichterung der Anerkennung ausländischer Abschlüsse.
- Abschaffung der rechtlichen Schlechterstellung von Drittstaatenausländer*innen.
- Bessere Vernetzung und Unterstützung von Antidiskriminierungsstellen.

*Arbeitsmarkt:*
- Überarbeitung der Rekrutierungswege, um Chancen für Bewerbende mit ausländisch klingenden Namen zu verbessern.
- (Teil-)Anonymisierung der Bewerbungsverfahren zur objektiven Auswahl.
- Unterbindung benachteiligender Praktiken durch Arbeitgeber.
- Transparente Beschwerdemöglichkeiten und konsequente Durchsetzung des Diskriminierungsschutzes am Arbeitsplatz.

*Medien:*
- Vermeidung von Stereotypen in der Berichterstattung.
- Infragestellung der Verwendung von Begriffen wie „Deutsche“ und „Ausländer“.
- Einbeziehung von Menschen mit Migrationshintergrund in die Medienbelegschaft.

*Bildung:*
- Integration des Themas Diskriminierung in die Lehrerausbildung.
- Obligatorische Lehrpläne zu Lebenswelten von Einwanderungsfamilien und Migration.
- Einrichtung von Lehrstellen für interkulturelle Bildung an Universitäten.
- Implementierung des Fachs interkulturelle Bildung im Lehramtsstudium.
- Betonung der Gleichwertigkeit aller Sprachen in Schulen, um Abwertung der Muttersprache zu vermeiden.

Source 3 (https://www.integrationsbeauftragte.de/resource/blob/1864320/2157012/77c8d1dddeea760bc13dbd87ee9a415f/lagebericht-rassismus-komplett-data.pdf):
Weitere Informationen finden Sie auf https://www.integrationsbeauftragte.de/resource/blob/1864320/2157012/77c8d1dddeea760bc13dbd87ee9a415f/lagebericht-rassismus-komplett-data.pdf

Ursprung:

Bremen

Link: https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/rassismus-erfahrungen-migration-100.html

URL ohne Link:

https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/rassismus-erfahrungen-migration-100.html

Erstellt am: 2025-03-29 20:16:15

Autor:

Bremen