Heute ist der 5.04.2025
Datum: 5.04.2025 - Source 1 (https://www.cnv-medien.de/stadt-cuxhaven/cuxhaven-so-viel-hat-das-projekt-herbstresidenz-mit-der-realitaet-zu-tun.html):
- In sozialen Netzwerken fordern junge Menschen mit Beeinträchtigungen mehr Sichtbarkeit und selbstbestimmte Arbeitsplätze.
- Der Vox-Vierteiler "Herbstresidenz" thematisiert Inklusion und Ausbildungsmöglichkeiten für junge Menschen in einer Seniorenunterkunft.
- Werner Ludwigs-Dalkner, Geschäftsführer der Lebenshilfe Cuxhaven, äußert sich skeptisch zu Inklusionsprojekten im Privatfernsehen.
- Er betont, dass die Realität in der Arbeitswelt oft härter ist, insbesondere in der Pflege.
- Es gibt eine gesellschaftliche Bewegung, die die Benachteiligung behinderter Menschen akzeptiert und sogar verschärfen möchte.
- 25-30% der Bevölkerung empfinden die Ausgaben für soziale Unterstützung als zu hoch.
- Zunehmend werden in sozialen Medien verächtliche Kommentare gegen behinderte Menschen geäußert.
- Das Recht auf Inklusion, verankert in der UN-Behindertenkonvention, wird von verschiedenen Kräften infrage gestellt.
- Der direkte Übergang von der Förderschule in die Werkstatt ist nicht mehr garantiert.
- Positive Beispiele zeigen, dass Beschäftigte aus der Grundsicherung in reguläre Arbeitsplätze im Einzelhandel, Pflege, Gastronomie oder Schifffahrt wechseln können.
- Die Lebenshilfe Cuxhaven unterstützt den Übergang von Werkstätten in die freie Wirtschaft mit guter Vorbereitung und Begleitung.
- Bei erfolgreichem Praktikum können Arbeitnehmer einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsvertrag erhalten.
- Arbeitgeber können Lohnkostenzuschüsse von bis zu 75% für behinderungsbedingte Einschränkungen erhalten.
- Der Anspruch auf Rückkehr in die Werkstatt bleibt für Beschäftigte bestehen.
- Inklusion erfordert von Unternehmen Veränderungen in ihren Strukturen und die Akzeptanz von Mitarbeitern mit Beeinträchtigungen.
- Die Kampagne "Talente entdecken mit dem Budget für Arbeit" in Niedersachsen soll bis Ende des Jahres 250 zusätzliche Arbeitsverhältnisse schaffen.
Source 2 (https://www.arbeitsagentur.de/faktor-a/arbeitswelt-gestalten/inklusion-am-arbeitsplatz):
- Viele Arbeitgeber zögern, Menschen mit Behinderungen einzustellen, was in Zeiten des Fachkräftemangels als verschenktes Potenzial gilt.
- In Deutschland leben rund 10,4 Millionen Menschen mit Behinderungen, davon sind 7,6 Millionen schwerbehindert.
- Nur die Hälfte dieser Personen ist erwerbstätig oder hat eine abgeschlossene Ausbildung.
- Die Arbeitslosenquote von Menschen mit Behinderungen beträgt fast 11 Prozent, während sie bei Menschen ohne Behinderungen nur 5,7 Prozent beträgt.
- 1,6 Millionen Menschen mit Behinderungen sind nicht in den Arbeitsmarkt integriert.
- Nur 39 Prozent der Unternehmen schaffen es, alle Pflichtarbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen zu besetzen.
- 45.000 Arbeitgeber beschäftigen keine schwerbehinderten Personen.
- Das Gesetz schreibt vor, dass Arbeitgeber Menschen mit Behinderungen einstellen oder eine Ausgleichsabgabe zahlen müssen.
- Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) betrachtet Inklusion seit 2009 als Menschenrecht.
- Vorurteile und Unsicherheiten gegenüber Menschen mit Behinderungen bestehen weiterhin, auch bei Arbeitgebern.
- Reha-Beraterin Marion Winger betont die Notwendigkeit von Offenheit und Aufklärung auf Arbeitgeberseite.
- Arbeitgeber können über den Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Unterstützung bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen erhalten.
- Dariean Bahr, ein schwerbehinderter Arbeitnehmer, wurde von seinem Arbeitgeber DACHSER SE und der Agentur für Arbeit unterstützt, um einen barrierefreien Arbeitsplatz zu schaffen.
- Bahr erlitt einen Rückenmarksinfarkt und sitzt seitdem im Rollstuhl.
- Nach seiner Reha wurde er in einen Bürojob umgeschult, nachdem eine Rückkehr ins Lager aufgrund technischer und sicherheitstechnischer Gründe nicht möglich war.
- Der Arbeitgeber, Jan-Ferdinand Lühmann, betont die soziale Verantwortung und Inklusionsphilosophie des Unternehmens.
- Die Integrationsmaßnahmen für Bahr kosteten einen niedrigen sechsstelligen Betrag, wobei die Agentur für Arbeit finanzielle Unterstützung bot.
- Der Umbau des Arbeitsplatzes umfasste unter anderem ein behindertengerechtes WC und elektronische Türöffner.
- Der gesamte Prozess von der Planung bis zur Arbeitsaufnahme dauerte sieben Monate.
- Lühmann empfiehlt, einen klaren Fahrplan und regelmäßige Abstimmungen mit der Arbeitsagentur zu haben, um den Umbau zu koordinieren.
Source 3 (https://www.bpb.de/themen/inklusion-teilhabe/behinderungen/521209/menschen-mit-behinderung-am-arbeitsmarkt/):
- Die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben ist gesellschaftlich wichtig.
- Erwerbsarbeit ist die primäre Quelle für finanzielle Mittel zur Sicherung des Lebensunterhalts.
- Materieller Einfluss von Erwerbsarbeit wirkt auch in erwerbsfreien Lebensphasen (z.B. Ersparnisse, Ansprüche aus Arbeitslosen- und Rentenversicherung).
- Immaterielle Bedeutung: feste Zeitstruktur, soziale Kontakte, Selbstbewusstsein, Sozial- und Berufsprestige.
- Höhere Erwerbsbeteiligung von Menschen mit Behinderung beeinflusst den Staatshaushalt positiv.
- UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) von 2009 verpflichtet den Staat zur gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderung.
- Unternehmen benötigen qualifiziertes Personal, insbesondere in Zeiten von Arbeitskräftemangel.
- Einschätzungen zur Teilhabe hängen von der Datengrundlage ab (z.B. amtlich anerkannte Schwerbehinderung).
- 2017: 3,1 Millionen Menschen mit Schwerbehinderung im erwerbsfähigen Alter in Deutschland, Erwerbsquote 49% (2005: 41,6%).
- Etwa 1,1 Millionen Erwerbstätige mit Schwerbehinderung in Betrieben ab 20 Beschäftigten, mehrheitlich bei privaten Arbeitgebern.
- Höherer Anteil von Menschen mit Schwerbehinderung in öffentlichen Arbeitgebern (6,4%).
- Mehrheit der Beschäftigten mit Schwerbehinderung im verarbeitenden Gewerbe und öffentlichen Dienst.
- Inklusionsbetriebe beschäftigen 30% bis 50% schwerbehinderte Menschen.
- Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) beschäftigen etwa 300.000 Menschen mit Schwerbehinderung.
- Geringere Chancen für Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben: niedrigere Erwerbsquote, höhere Arbeitslosenquote (11,5% für Schwerbehinderte, 7% insgesamt).
- Geringere Erwerbsbeteiligung auch bei selbständigen Tätigkeiten.
- Ursachen für hohe Arbeitslosigkeit: psychische Belastungen, Stigmatisierung, Mobilitätseinschränkungen, Bildungsdefizite.
- Einstellungsvorbehalte von Arbeitgebern: Bedenken hinsichtlich Leistungsfähigkeit und Kündigungsschutz.
- Maßnahmen zur Verbesserung der Erwerbsteilhabe: sozialstaatliche Hilfen, betriebliche Vorschriften, Qualifizierungsangebote.
- Wichtige gesetzliche Regelungen: Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, Eingliederungszuschüsse, Beschäftigungsquote.
- Wandel der Arbeitswelt beeinflusst Teilhabechancen: gesellschaftliche Alterung, Digitalisierung.
- Digitalisierung bietet neue Möglichkeiten, birgt aber auch Exklusionsrisiken.
- Fazit: Hohe Erwerbsbeteiligung ist wichtig, jedoch bestehen weiterhin Herausforderungen und ungleiche Chancen für verschiedene Teilgruppen.